Stockholm (dpa/uk) l Der schwedische Energieriese Vattenfall hat auch dank eines kontinuierlichen Kundenzuwachses vor allem in Deutschland im vergangenen Jahr einen satten Gewinn eingestrichen. Unter dem Strich stand bei den Schweden für 2019 ein Gewinn von rund 14,9 Milliarden Kronen (1,4 Milliarden Euro) zu Buche – das war ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Seinen Nettoumsatz steigerte Vattenfall trotz einer Verlangsamung im Abschluss-quartal auf 166,4 Milliarden Kronen (15,7 Mrd. Euro), damit lag er um neun Prozent höher als 2018. Der Verwaltungsrat schlug eine Dividendenauszahlung in Höhe von 7,2 Milliarden Kronen (684 Mio. Euro) an den Eigentümer – den schwedischen Staat – vor.

Insgesamt standen Ende 2019 rund 10,2 Millionen Kunden bei Vattenfall unter Vertrag, das ist eine knappe halbe Million mehr als 2018. Unter anderem rund 3,8 Millionen Strom- und Gaskunden hat Vattenfall allein in Deutschland unter Vertrag, was nach Konzernangaben einem Zuwachs um knapp 180.000 Verträge im vergangenen Jahr entspricht.

In Deutschland verfügt Vattenfall über besondere Perlen im Anlagenportfolio: die Pumpspeicherkraftwerke Bleiloch, Geesthacht, Goldisthal, Markersbach, Niederwartha sowie Wendefurth/Thale. Pumpspeicherkraftwerke gelten gegenwärtig als Kern für die Energiewende, funktionieren sie doch seit Jahrzehnten stabil. In den Anlagen wird mit überschüssigem Strom Wasser vom Unter- in das Hochbecken gepumpt. Bei Bedarf im Netz beginnt die Stromerzeugung durch die Nutzung der potenziellen Energie des Wassers im Hochbecken.

Pumpspeicherkraftwerke sind kaltstartfähig, das heißt, dass sie keine Energie benötigen, um anzufahren. Und sie liefern bereits wenige Minuten nach dem Start Strom. Mit dem Ausbau von Solarenergieanlagen und immer häufiger auftretenden Windkraftspitzen sind diese Anlagen wichtiger denn je. Auch mit einem Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent liegen Pumpspeicherkraftwerke gut. Steuerlich werden die Anlagen in Deutschland als Netznutzer eingestuft. Damit gelten sie gegenwärtig als unrentabel. Es ist aber nicht undenkbar, dass dieser Zustand für die Energiewende geändert wird.