Magdeburg l Das Unternehmen 3DQR hatte sich erst 2016 gegründet, mit einer Handvoll Mitarbeitern. Heute hat das Unternehmen, das seinen Sitz am Magdeburger Hasselbachplatz hat, mehr als 35 Beschäftigte, der Umsatz liegt aktuell im guten sechsstelligen Bereich. Jahr für Jahr hatten sich die Zahlen verdoppelt, für das kommende Jahr rechnet Firmengründer Daniel Anderson wieder mit einem hohen Wachstum.

Die Firma programmiert 3D-Modelle, die über den seit Jahren bekannten QR-Code abgerufen werden können. Vor allem im Bildungsbereich ist das Unternehmen erfolgreich. Beispielsweise die Industrie- und Handelskammer hat bundesweit in vielen Broschüren die QR-Codes der Magdeburger abgedruckt. Wer die Codes mit seinem Handy einliest, kann über eine App Schulungsinhalte besser verstehen.

So wird etwa beim Thema Brand- und Arbeitsschutz ein virtueller Raum sichtbar, mit dessen Hilfe das richtige Vorgehen im Notfall geübt werden kann. Aber auch im Industriebereich hat 3DQR Kunden, die beispielsweise die Technologie der Magdeburger auf Messen nutzen, um große Maschinen künftigen Kunden im Originalmaßstab zeigen zu können.

„Wir arbeiten eng mit der Universität zusammen, um auch im Bereich der Medizintechnik künftig Software-Lösungen anbieten zu können“, sagt Geschäftsführer Anderson. Seine Firma profitiert dabei auch von zwei Förderprogrammen in Sachsen-Anhalt. Über die Investitionsbank können einerseits Unternehmen gefördert werden, die innovative Technologien wie Augmented Reality einsetzen wollen, aber auch Firmen, die so etwas anbieten.

Mehr als 16.500 Beschäftigte

„Die Resonanz auf beide Programme ist hervorragend, wir verzeichnen bis zu 30 Anfragen täglich“, so Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch.

Insgesamt haben die Förderprogramme, die erst vor über einem Jahr aufgelegt wurden und auf mehrere Jahre ausgelegt sind, ein Volumen von 40 Millionen Euro.

Das Ziel der Förderung: Die IT-Branche in Sachsen-Anhalt zu stärken. Derzeit arbeiten mehr als 16 500 Menschen in IT-Unternehmen im Land, eine Steigerung seit 2013 um fast 13 Prozent. Der Umsatz der rund 2100 IT-Unternehmen im Land – er lag 2018 bei gut 2,2 Milliarden Euro.

Als Anderson sein Unternehmen 2016 gründete, sah sein Finanzplan zwar eine rasante Entwicklung vor, „dass die tatsächlich so eintrifft, daran hatte ich aber schon Zweifel“, so der 33-Jährige. Damals galt Augmented Reality in vielen Unternehmen als Spielerei. Heute lassen sich mit Hilfe dieser Technologie deutliche Einsparungen erzielen. Die Effizienz bei der Schulung und Einarbeitung von Mitarbeitern ließe sich laut Anderson um zehn oder mehr Prozent steigern.

Das sei gerade für große Firmen wichtig. Zum anderen würde sich auch die Hardware, etwa 3D-Brillen, weiterentwickeln. „Die Akzeptanz dieser Technologie wächst dadurch.“

Zwei Forschungsprojekte

Neben einigen Software-Entwicklern hat Anderson auch seine Vertriebsabteilung in diesem Jahr ausgebaut. „Natürlich ist es nicht einfach, neue Leute zu finden. Die Nähe zur Uni macht aber vieles leichter“, sagt der Firmenchef. Auch bei der Entwicklung neuer Angebote. Zwei Forschungsprojekte macht 3DQR derzeit mit der Universität, eines mit Informatik-, das andere mit Maschinenbaustudenten.

Eine Geschichte, die Anderson gern erzählt, ist sein Besuch im berühmten Silicon Valley in den USA. Als er seine Technologie dort vorstellte, sei das Interesse groß gewesen. „Und ich habe festgestellt, dass dort auch nur mit Wasser gekocht wird.“ Anderson geht noch weiter: Er glaube, dass er im Bereich der QR-Code-basierten Augmented Reality Marktführer sei.