Brüssel/München/Frankfurt (dpa) l Sie sollen 2025 in Kraft treten, wie es am Montag aus der Brüsseler Behörde hieß. Noch sei aber keine Entscheidung über Rahmen, Umfang, Grenzwerte oder Fristen gefallen.

Am Wochenende hatte die deutsche Autoindustrie gewarnt, die befürchtete Verschärfung der Abgasgrenzwerte könne das Aus des Verbrennungsmotors von 2025 an bedeuten. Die „Bild am Sonntag“ berichtete über eine Studie, die als Grundlage der Euro-7-Norm dienen solle und teils deutlich strengere Regeln nahelege als in der Abgasnorm Euro 6.

Die genannte Studie sei nur ein Element bei der Entscheidungsfindung, sagte eine EU-Beamtin der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst würden die Ergebnisse einer Anfang November abgeschlossenen öffentlichen Befragung ausgewertet. Im ersten Halbjahr 2021 werde eine Folgenabschätzung veröffentlicht. Die Beamtin bestätigte jedoch, dass die geltenden Schadstoff-Grenzwerte verschärft werden sollen.

Es geht dabei hauptsächlich um Schadstoffe, die als gesundheitsschädlich gelten, darunter Stickoxide. Getrennt davon erwägt die EU-Kommission auch neue CO2-Grenzwerte für Autos, um die geplanten Klimaziele einzuhalten. Auch dafür soll es im kommenden Jahr einen Vorschlag geben. Beides dürfte dazu führen, dass Motoren ohne Emissionen sich schneller durchsetzen, darunter Elektrofahrzeuge.

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 mindestens 10 Millionen Elektroautos auf die Straße zu bekommen, ist indes nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft Deloitte unrealistisch. Unter den gegenwärtigen Bedingungen erscheine zu dem Zeitpunkt eine Zahl von 6,35 Millionen Fahrzeugen wahrscheinlich, heißt es in der gestern veröffentlichten Studie. Mit zusätzlichen Anstrengungen insbesondere der Industrie, aber auch des Staates, und veränderten Einstellungen bei den Verbrauchern sei es aber möglich, den Bestand noch um 2,2 Millionen Neuzulassungen zu steigern.

Konkret schlagen die Deloitte-Berater dem Staat eine Verlängerung der Kaufprämien bis Ende 2023 und nachfolgend eine deutliche Erhöhung des Kraftstoffpreises für die verbliebenen Verbrenner vor. Der Preis pro Liter solle sich von 2021 bis 2024 um insgesamt 30 Cent erhöhen. Die Industrie müsse kostengünstigere Plattformen für die E-Autos und innovative Ladekonzepte entwickeln sowie die Herstellungskosten für die Batterien drücken.

Erst im Jahr 2032 würden auf dem deutschen Markt weniger Verbrenner zugelassen als Autos mit alternativen Antrieben, heißt es in der Studie weiter. Während die Hybridlösungen mit kombinierten Verbrenner- und Elektroantrieben schnell an Bedeutung verlören, würden verstärkt Batterie-Lösungen insbesondere für Klein- und Kompaktwagen nachgefragt. Ab 2026 könne auch die Brennstoffzellentechnologie stärker ins Spiel kommen.

Kurz vor dem heutigen „Autogipfel“ der Bundesregierung mit Branchenvertretern bringt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine deutliche Verlängerung der Kaufprämie für E-Autos bis 2025 ins Spiel: Bisher gilt der erhöhte Umweltbonus nur bis Ende 2021. „Ich möchte, dass die Hunderttausenden Beschäftigten in der Autoindustrie auch in 10 oder 15 Jahren noch gute Arbeitsplätze haben“, sagte Altmaier. „Dazu leistet die Innovationsprämie einen wichtigen Beitrag.“

Bereits seit 2016 soll der sogenannte Umweltbonus den Verkauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden in Deutschland ankurbeln. Im Zuge des Corona-Konjunkturpakets hat die Bundesregierung ihn noch einmal kräftig erhöht. Dieser aufgestockte Umweltbonus wird Innovationsprämie genannt. Seit der Erhöhung ist die Zahl der Förderanträge deutlich gestiegen. Meinung