Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Getreidebauern müssen in diesem Jahr massive Ertragseinbußen hinnehmen. "Es ist lokal sehr unterschiedlich, aber gemeldet werden Ertragsrückgänge von 20 bis 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Christian Apprecht, Sprecher des Landesbauernverbands Sachsen-Anhalt, der Deutschen Presse-Agentur. In manchen Landstrichen habe die lang anhaltende Trockenheit sogar zu Totalausfällen der Ernte bei der Wintergerste geführt. Bauernverband und Deutscher Bauernbund haben die Politik bereits aufgefordert, "landwirtschaftlichen Betrieben zu helfen, die unverschuldet in eine existenzbedrohende Lage gekommen sind."

Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Grüne) erklärte, sie habe ihren Kabinettskollegen, Finanzminister André Schröder (CDU), gebeten zu prüfen, ob betroffenen Landwirten Steuern gestundet oder von den Finanzämtern Steuererleichterungen eingräumt werden könnten. Zudem werde sie die Landwirtschaftliche Rentenbank bitten, das Programm zur Liquiditätssicherung für betroffene Betriebe zu öffnen. Die Ministerin verwies jedoch auch darauf, dass erst eine Abschätzung der tatsächlich entstandenen Schäden notwendig sei, um über weitere Maßnahmen entscheiden zu können.

Die Bauernverbände erklärten, dass sich auf den leichten Böden in den Altmarkkreisen, im Jerichower Land, der nördlichen Börde, in Anhalt, Wittenberg und Teilen des Salzlandkreises extreme Ertragsminderungen bis hin zu Totalausfällen bei Getreide und Raps abzeichneten. "Wir werden mit Ernteausfällen und Minderungen zu rechnen haben, die weit über das Wetterrisiko hinausgehen, mit denen die Landwirtschaft gewohnt ist zu leben," sagte der Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn.

Die mit den verminderten Erträgen verbundenen finanziellen Ausfälle würden erfahrungsgemäß in den landwirtschaftlichen Betrieben aus eigener Kraft nur schwer abzufangen sein, ergänzte der Präsident des Bauernbundes Sachsen-Anhalt, Jochen Dettmer.