Regensburg (dpa) - Zum 30. Mal ermittelt "Kommissarin Lucas" in Regensburg. Die Folge mit dem Titel "Die Unsichtbaren" greift ein topaktuelles Thema auf: die Ausbeutung von Billigarbeitskräften aus Osteuropa. Die Corona-Krise hat jüngst enorme Missstände in Betrieben mit Hilfsarbeitern zu Tage gebracht.

In diesem TV-Fall geht es um unwürdige Arbeits- und Alltagsbedingungen in der Baubranche. Zu sehen ist der Krimi mit Hauptdarstellerin Ulrike Kriener am Samstag (29. August) um 20.15 Uhr im ZDF.

Eine Leiche in einem Auto an der Grenze zu Tschechien beschäftigt Kommissarin Ellen Lucas. Zollbeamte wollten den Wagen stoppen. Fahrer und Beifahrer lassen das Auto stehen und flüchten. Ein dritter Mann im Wagen ist tot. Schnell zeigt sich: Es ist ein Osteuropäer, der bei einer Regensburger Baufirma arbeitete.

Nicht nur Lucas interessiert sich für den Baulöwen Walter-Maria Bäucker (Philipp Moog), sondern auch der neue Staatsanwalt Stefan Walch (Steven Scharf) hat den Mann und seine Machenschaften auf dem Zettel. Um an interne Informationen zu kommen, schmuggeln Lucas und Walch ihren Mitarbeiter Tom (Lasse Myhr) bei der Baufirma als Arbeiter ein.

Während Lucas den neuen Staatsanwalt schätzt, ist ihr Chef Boris (Michael Roll) skeptisch. Er traut dem Mann nicht. Auch die Kommissarin wundert sich zunehmend, vor allem über den seltsamen Umgang des Staatsanwaltes mit seiner Ehefrau Bea (Caro Scrimali).

Auch privat hat Lucas mit einer Baustelle zu tun - wenn auch einer sehr kleinen: Hausmeister Max Kirchhoff (Tilo Prückner) will renovieren und - passend zum Thema des Krimis - möglichst wenig Geld für Handwerker ausgeben. Es ist die letzte Folge von "Kommissarin Lucas" mit Tilo Prückner in der Rolle des kauzigen Hausmeisters. Der Schauspieler starb Anfang Juli. Wie sein Tod in der Krimireihe verarbeitet werden soll, steht laut Kriener noch nicht fest.

Die nächsten zwei Folgen sollen ab März 2021 gedreht werden. In Zeiten von Corona sind Drehpläne jedoch nicht in Stein gemeißelt. "Wir hoffen, dass wir um eine zweite Welle herumkommen", sagt Kriener. Es sei wichtig, dass die Filmbranche weiterarbeiten könne. "Die Menschen wollen nicht nur Wiederholungen im Fernsehen sehen."

Im Juli sei sie zu Dreharbeiten an einem anderen TV-Projekt in Norddeutschland gewesen - eigentlich hätte das schon im Mai stattfinden sollen. Doch dann kam die Corona-Pause. Nun ist sie froh, wieder vor der Kamera stehen zu können. Es müsse eben geklärt sein, unter welchen Bedingungen gearbeitet werden könne, "ohne dass wir uns gefährden und ohne dass wir die Epidemie wieder aufflammen lassen".

Die Rolle der Kommissarin in Regensburg spielt Kriener seit 18 Jahren. Natürlich frage sie sich selber, wie lange sie das noch machen wolle und auch könne - ohne dass die Figur an Glaubwürdigkeit zu verliert. Doch sei das Gute an ihrem Beruf, dass sie etwas länger arbeiten könnten als eine Kommissarin in der Realität. Dann wäre sie schon im Ruhestandsalter.

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