Berlin (dpa) - Hollywood hat eine einfache Faustregel: Jeder Publikumserfolg sollte eine Fortsetzung finden. Da werden von "Fluch der Karibik" oder "Ice Age" gleich mal fünf Teile gedreht, von "The Fast and the Furious" gar neun Spielfilme - jedes Mal klingt es erneut in den Kassen der Filmstudios, denn Fans sind treu.

Selten kommen Fortsetzungen aber an die Qualität des Originals heran. Leider hat "Kung Fu Panda 2 - Doppelt bärenstark" dieses Problem. Die Charaktere der computeranimierten Tiere sind einfach nicht unendlich ausbaufähig. Trotzdem macht das neue 3D-Abenteuer des gefräßigen, dicken Panda-Bären am Freitag um 20.15 Uhr auf Super RTL Spaß.

Man kann es schon ein Wunder nennen, dass der gemütliche, wirklich nicht sportliche Panda Po mit dem ständig knurrenden Magen in den Kreis der athletischen Drachenkämpfer aufgenommen worden ist. Doch das harte Training trägt Früchte: Zusammen mit den Furiosen Fünf beschützt Po die Bewohner im Tal des Friedens. Und mit ein bisschen unauffälliger Hilfe von Tigerin, Viper, Affe, Heuschrecke und Schlange absolviert der Pummel-Bär seine Martial-Arts-Kunststücke genauso schwerelos wie seine großen Vorbilder - zumindest beinahe.

Eine letzte Aufgabe hat der weise Katzenbär Meister Shifu für Po aber noch: der Panda muss seinen inneren Frieden finden. Erst dann ist er ein vollwertiger Krieger. Unterdessen steht aber erst einmal der äußere Frieden auf der Kippe. Lord Shen, ein fieser Pfau mit messerscharfen Federn und einer geheimen Superwaffe, ist angetreten, um ganz China zu beherrschen und die Kampfkunst Kung Fu auszurotten.

Da treten die Furiosen Fünf und ihr runder Partner auf den Plan. Nach wilden Kämpfen siegt natürlich das Gute. Zu den Höhepunkten zählen eine wahrhaftige Seeschlacht und ein rasanter Drachenritt, bei dem sich Po und die Fünf in einem riesigen Drachenkostüm verstecken und sich darin an die Fersen ihrer Widersacher heften.

Regisseurin Jennifer Yuh Nelson legt auch eine Spur zur wahren Herkunft von Po. Der Panda glaubt ja bislang tatsächlich, dass sein Vater der kleine, dünne Gänserich Mr. Ping, Inhaber einer florierenden Nudelsuppenküche, ist. Ausgerechnet der böse Pfau gibt Po aber den ersten Hinweis darauf, was mit seinen wahren Eltern geschehen sein könnte. Und vielleicht lebt ja ein Elternteil des Bären noch?

Im amerikanischen Original leihen Jack Black dem Panda und Angelina Jolie der Tigerin ihre Stimmen, in der deutschen Fassung sind es Entertainer Hape Kerkeling und Schauspielerin Bettina Zimmermann. Beim Filmfestival in Cannes verriet Jolie einmal, dass der Film ein Hit bei ihren eigenen Kindern ist. Doch trotz vorhersehbarer Story macht "Kung Fu Panda 2" auch jung gebliebenen Erwachsenen mit Sinn für Witz und perfekt choreographierte und animierte Kampfszenen gute Laune.

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