Berlin (dpa) - Ein Forstarbeiter liegt tot unter einem Baum, von dem er offensichtlich gestürzt ist. Wenig später verunglückt im Wald ein Motorradfahrer tödlich. Derweil streift ein einzelner Wolf herum und reißt ein Schaf nach dem anderen.

Kommissar Krüger (Christian Redl) sieht und hört ihn mehrfach. Er hat sich völlig in seinen Bauwagen mitten im Spreewald zurückgezogen. "Wenn die Gesetze nicht für alle gelten, dann gelten sie für niemanden", sinniert er im neuen "Spreewaldkrimi: Zeit der Wölfe" am Montag (20.15 Uhr) im ZDF.

Krüger meint sich selbst damit, hat er sich doch in einem früheren Fall zum Richter aufgeschwungen. Nun sieht er "tanzende Hasen" (die tatsächlich als seine Erscheinung eingeblendet werden). Er meint, seine Einbildungskraft verloren zu haben, die ihm stets bei der Aufklärung geholfen hat. Sein Kollege Fichte (Thorsten Merten) distanziert sich von ihm und ermittelt weitgehend allein.

Autor Thomas Kirchner (59, "Kruso") und Regisseurin Pia Strietmann (41, "Endlich Witwer") haben dieses Krimi-Puzzle sehr atmosphärisch, teilweise geradezu mystisch in Szene gesetzt. Sie verwenden Rückblenden zur Erklärung, bleiben dicht an den Personen, selbst auf Nebenfiguren wie eine Rockerbande oder einen Wolfsjäger sollte geachtet werden - und auf einen verlorenen Koffer voller Geld.

Ganz allmählich stellt sich heraus, dass beide "Unfälle" in Wirklichkeit keine Unfälle waren - und sogar zusammenhängen. Es geht um Habgier, Korruption, Schmuggel und Verrat. Fichte erweist sich zunehmend als schlauer Fuchs, und Krüger mag ein einsamer Wolf sein - gute Spürnasen haben sie beide.

Spreewaldkrimi: Zeit der Wölfe