Hamburg (dpa/tmn) - Wenn jemand traurig oder frustriert ist, neigt der Partner manchmal dazu, das Problem kleinzureden. Sicher in bester Absicht, aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Nicht zu trösten, sondern gleich nach einer Lösung zu suchen, führt beim Betroffenen oft zu Wut und dem Gefühl, nicht verstanden zu werden. Das erklärt Paartherapeut Holger Kunze in der Zeitschrift "Emotion" (Ausgabe 3/2020).

Nicht selten entstehe daraus ein Teufelskreis, weil es den "Retter" wiederum sauer macht, dass sich der Partner nicht helfen lassen will. Deshalb sei es nötig, das bisherige Kommunikationsmuster zu durchbrechen. Kunze empfiehlt für die erste Reaktion Rückmeldungen, die wertschätzend, anerkennend und mitfühlend sind.

"Anerkennende" Sätze, die der Verfassung des geliebten Menschen gut tun würden, seien etwa: "Es tut mir sehr leid, dass dir das passiert ist.", "Ich fühle mit dir.", "Es ist total in Ordnung, zu fühlen, was du gerade fühlst." oder "Es ist völlig egal, wie ich damit umgehen würde, jetzt zählt nur, wie es dir damit geht."

Erst in einem zweiten Schritt oder wenn einen der Partner dazu auffordert, würde Kunze dann zu den Herausforderungen inhaltlich, rational oder analytisch Stellung nehmen. Das könne zehn Minuten, einen Tag oder eine Woche später sein.