Bernburg/Atzendorf l Schon viele Jahre schnürt Sven Wolter seine Töppen für die ZLG Atzendorf. Als kopfballstarker Abwehrspieler war er dabei meist für das Verhindern von Toren zuständig. Am Sonnabend, im Halbfinale des Salzlandpokals gegen Askania Bernburg II, traf der Spieler der ZLG Atzendorf jedoch. In der Verlängerung. Zwei Minuten vor dem Ablauf der 120 Minuten.

Es war das vielleicht wichtigste Tor des 33-Jährigen in seiner fußballerischen Karriere. Denn damit sorgte er im Duell der Landesklassisten für den zweiten Einzug der Atzendorfer ins Endspiel in Folge. Und ließ sein Team in großen Jubel ausbrechen. „Wir sind sehr froh, dass uns erneut der Finaleinzug gelungen ist“, bekräftigte Coach Heinz Weile. „Von uns wurde nicht viel erwartet, aber darin lag die Chance. Wir haben alle Kräfte mobilisiert.“ Anders als es aus den Ergebnissen in der Liga (0:2, 0:4) zu erwarten war, begegneten sich die Teams auf Augenhöhe mit dem moralischen Plus auf Seiten der Gäste. „Wir waren nicht chancenlos, sondern gleichwertig“, freute sich Weile. „Die Mannschaft wollte es unbedingt, etwas mehr als der Gegner.“

Das zeigte schon die sehr engagierte Anfangsphase der ZLG-Kicker. „Wir haben versucht, den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen“, beschrieb Weile die Taktik. Die Atzendorfer, die in der Abwehr durch die Rückkehr von Philipp Voigtländer „an Stabilität gewonnen“ haben, ließen den Ball gut laufen und lauerten auf Chancen. Eine solche ergab sich nach 22 Minuten mit einem Freistoß. Marcel Maier brachte die Kugel herein, Karel Tupy verlängerte per Kopf und der Ball zappelte zum 1:0 in den Maschen.

Kurz danach hatten die Gäste die nächste Großchance, als Vladimir Flegl alleine auf den Keeper zulief und die ersten Spieler schon jubelten. „Wir dachten, der Ball geht rein, doch er traf leider nur den Pfosten“, sagte der ZLG-Coach.

Zweite Hälfte

Die weitere erste Hälfte lief ausgeglichen mit guten Chancen auf beiden Seiten. Eine Antwort gaben die Bernburger erst im zweiten Durchgang durch Tobias Donath, der in „leicht abseitsverdächtiger Position“ einnetzte (55.). Doch auch danach brachen die Blau-Weißen keinesfalls ein. Sie hatten weitere Chancen, das Spiel noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Die größte Möglichkeit ließ Kai Hänsch liegen, der im Eins-gegen-Eins am Torwart scheiterte (70.).

So ging das Spiel in die Verlängerung, in der die Atzendorfer die schwindenden Kräfte mit der guten Moral kompensierten und weitere Chancen verzeichneten. Doch erst in der 118. Minute klingelte es dann. Wolter fasste sich ein Herz und zog aus 18 Metern ab. Wie ein Strahl schlug der Ball ein. „Er hat einfach mal draufgehalten und den Ball perfekt getroffen, so dass er oben eingeschlagen ist“, beschrieb Weile den Atzendorfer Glücksmoment. „Das war eine Erleichterung. Wir haben schon mit dem Elfmeterschießen gerechnet, doch das war die bessere Variante“, sagte der Trainer, der so wie das gesamte Team „überglücklich“ war.

ZLG Atzendorf: Eisenträger, Schäfer, Voigtländer, Maier, Wolter, Tupy, Camsky, Flegl, Horn (117. Gehrke), Hänsch (118. Nöpel), Gehrke (60. Rock)

Tore: 0:1 Tupy (22.), 1:1 Tobias Donath (55.), 1:2 Wolter (118.), SR: k.A., ZS: 63