Berlin (dpa) – Der ehemalige Hertha-Manager Dieter Hoeneß glaubt trotz verbesserter finanzieller Voraussetzungen nach dem Einstieg von Investor Lars Windhorst nicht an eine baldige Meisterschaft seines ehemaligen Vereins.

"Um um die Meisterschaft zu spielen, ist es noch ein weiter Weg. Da waren wir damals näher dran", sagte der 67-Jährige in einem Interview des "rbb". In der Saison 2008/2009 durfte sich Hertha bis kurz vor Ende der Saison Hoffnungen auf den dritten Titel nach 1930 und 1931 machen, belegte mit Trainer Lucien Favre am Ende aber den vierten Platz.

Aktuell hätten Bayern und Dortmund sowie Leipzig einen sehr großen Vorsprung auf Hertha. Der jüngere Bruder von Uli Hoeneß gibt deshalb zu bedenken, "wie lange die finanzielle Power da" sei, wenn schon 65 Prozent der Anteile verkauft seien. "Das ist natürlich auch ein Stück weit eine Gefahr, dass man irgendwann nichts mehr zu verkaufen hat. Da wird dann auch die Perspektive ein bisschen kleiner", sagt Hoeneß, dessen Sohn Sebastian seit dieser Saison den Ligakonkurrenten TSG 1899 Hoffenheim trainiert.

Allerdings sieht der frühere Torjäger die Voraussetzungen für Schritte in der Tabelle nach vorn gegeben. "Ich traue Hertha schon zu, dass sie sich ins obere Drittel spielen können. Da muss aber vieles zusammenpassen. Mit Bruno Labbadia haben sie einen guten Fang gemacht", sagt Hoeneß.

Zugleich wundert sich der ehemalige Nationalspieler über die überraschten Reaktionen nach dem plötzlichen Abgang von Jürgen Klinsmann: "Es klingt jetzt ein bisschen blöd, aber wenn man Jürgen Klinsmann verpflichtet, muss man wissen, was man tut. Dass es am Ende so ausartet, war natürlich so nicht zu erwarten. Aber dass das nicht zusammenpasst, das hätte man vielleicht ahnen können oder müssen."

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Hoeneß-Interview auf der Webseite des rbb