Bremen (dpa) - Krawalle in der Bremer Innenstadt, Wurf-Attacken auf den Werder-Mannschaftsbus in Heidenheim.

Nach dem Relegations-Rückspiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und Werder Bremen haben Randalierer am Stadion auf der schwäbischen Ostalb und in der Bremer Innenstadt für unschöne Bilder gesorgt.

In Bremen wurden Polizisten mit Flaschen und Böllern beworfen, als diese unter anderem die Einhaltung von Hygieneregeln wegen der Coronavirus-Pandemie gewährleisten wollten. In Heidenheim bespritzten Randalierer laut Polizei Werder-Spieler mutmaßlich mit Bier und warfen Steine und Flaschen gegen den Mannschaftsbus.

Nach einer ersten Schätzung betrage der Schaden am Bus mehrere tausend Euro. Die Bremer Spieler hatten laut Polizeiangaben vom Dienstag kurz nach Mitternacht vor ihrem Bus vor der Heidenheimer Arena den Klassenerhalt gefeiert. Dann sei etwa die Hälfte der rund 200 anwesenden Fans der Gastgeber auf sie zugegangen, um sie mit Flüssigkeit zu bespritzen. Die Stimmung sei aggressiv und aufgeheizt gewesen.

Polizeibeamte drängten die FCH-Fans ab, um dem Bus die Abfahrt zu ermöglichen, und setzten Pfefferspray ein. Gegen einen 28- und einen 29-Jährigen wird ermittelt, weil sie eine Flasche und Steine geworfen haben sollen. Am Bremer Mannschaftsbus ging an einem doppelt verglasten Seitenfenster die äußere Scheibe komplett zu Bruch.

Wie in Baden-Württemberg wird auch in Bremen nach den dortigen Ausschreitungen ermittelt. Die Polizei stellte Strafanzeigen und wertet Videoaufzeichnungen aus, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Angreifer hätten die Beamten in der Nacht auf Dienstag aus der Menge heraus "anonym" beworfen, erklärte sie.

Werder-Fans hatten die weitere Bundesliga-Zugehörigkeit ihrer Mannschaft nach dem 2:2 (1:0) zunächst friedlich gefeiert. "Nie mehr Zweite Liga", sangen die Anhänger nach dem knappen Spiel. Zahlreiche Menschen hatten die Partie vor und in den Kneipen nahe dem Weser-Stadion verfolgt. Im Laufe des Abends war es im Bremer "Viertel" immer voller geworden. Zu Hunderten tanzten die Werder-Fans auf der Straße. Allein an einer Kreuzung sollen sich nach Polizeiangaben bis zu 700 Menschen versammelt haben.

Nach Mitternacht sei die Stimmung bei einigen Menschen dann gekippt, heißt es in einer Polizeimitteilung. Bei den Ausschreitungen war ein Passant von einer Flasche getroffen worden. Der Mann musste wegen einer Kopfverletzung im Krankenhaus behandelt werden. Einsatzkräfte sollen zudem von Fans getreten worden sein, als diese versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen. Die Polizei setzte Reizgas gegen sie ein.

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