Wernigerode l „Ich kann mir für mich nichts Schöneres vorstellen. Ich gehe mit voller Freude an die Arbeit.“ Durch Wernigerodes Gartenamt weht ein frischer Wind. Christiane Wichmann hat Frank Schmidt beerbt. Der langjährige Stadtgärtner hat sich Ende 2018 in den Ruhestand verabschiedet. Die 42-Jährige ist nun Herrin über Wildpark, Spielplatze, Friedhof und sämtliche Grünanlagen in Wernigerode und den Ortsteilen.

Und Christiane Wichmanns Herz schlug schon von klein auf für die Natur. „Ich bin am Stadtrand von Wernigerode aufgewachsen – im Grünen. Wir waren als Kinder praktisch immer draußen“, sagt sie. „Wald, Wiese, Garten – das war schon immer meins.“ Deshalb lag es für sie nahe, einen Berufsweg mit Nähe zur Natur einzuschlagen. Zuerst die Ausbildung zur Landschaftgärtnerin, dann in Erfurt ein Studium der Landschaftsarchitektur. Nach dem Abschluss war sie einige Jahre in Basel als Bauleiterin für einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb tätig.

Sehnsucht nach Harzer Heimat

Doch irgendwann zog es sie zurück in den Harz. „Wernigerode ist immer meine Heimat geblieben.“ Sie fand Arbeit in Langeln ... und dann kam die Ausschreibung der Wernigeröder Stadtverwaltung. „Ich habe mich sehr gern beworben, dem Ergebnis entgegengefiebert und mich irre gefreut, als ich die Zusage bekam.“ Sie habe immer mitwirken wollen in ihrer Stadt – die Blumenkästen, der Weihnachtsmarkt, die Baumpflanzungen. Dazu habe sie nun Gelegenheit.

Profitieren würde sie bei ihrer neuen Arbeit vor allem von ihrer Ortskenntnis. „Ich kenne all die Ecken, wo angepackt werden muss.“ Zum Beispiel den Lustgarten, über den sie ihre Diplomarbeit geschrieben hat. „Ich kenne meine Stadt und die Ortsteile, die Parks und die Spielplätze. Ich weiß, womit ich zu tun habe.“ Auch ihre Erfahrungen aus der freien Wirtschaft würden ihr zugute kommen.

Zwar habe sie einige Wochen Einarbeitungszeit gehabt. Aber es sei schwierig gewesen, einen kompletten Einblick zu bekommen. „Die Arbeit ist saisonbedingt und wetterabhängig. Da kann man in vier Wochen nicht alles sehen.“ Wichtig sei ihr für die nächste Zeit vor allem, ihre Mitarbeiter besser kennenzulernen. „Nicht nur mit Namen.“ Es interessiere sie, was die Kollegen bewegen wollen, welche beruflichen Vorstellungen sie haben.

Kleinigkeiten sofort ändern

Sie wolle nicht alles umkrempeln, aber sie sprühe vor Elan, sagt Christiane Wichmann. Kleinigkeiten, die verbessert werden müssen, will sie sofort anpacken, ob es die Gestaltung eines Pflanzkübels in der Fußgängerzone oder ein vertrockneter Strauch ist. Sie fahre jetzt anders durch die Stadt als früher. „Ich habe eine viel intensivere Wahrnehmung, scanne alles rechts und links der Straße ein.“ Ihr sei klar, dass sie nicht alles auf einmal bewältigen könne. „Aber der Tag könnte schon jetzt 48 Stunden haben.“

Wichtig ist Christiane Wichmann, der Stadt in den nächsten Jahren ihren Stempel aufzudrücken. „Ich möchte Wernigerode zusammen mit den Bürgern noch ein bisschen grüner machen.“