Stendal/Gommern l Etwas mehr als einen Kilometer Luftlinie trennt die beiden Stendaler Sporthallen des Berufsschulzentrums und der Juri-Gagarin-Grundschule. Den gastgebenden Verbandsliga-Handballern vom HV Lok musste es am Sonntag allerdings vorkommen, als würden Welten dazwischen liegen. Denn irgendwo zwischen Schillerstraße und Stadtseeallee war ihnen die Konkurrenzfähigkeit abhanden gekommen. Sehr zur Freude der Gäste vom SV Eintracht Gommern, die nicht nur mit dem unplanmäßigen Ortswechsel besser zurechtkamen, sondern mit 40:17 (18:8) einen überdeutlichen Sieg davontrugen.

In der eigentlichen Heimstätte der Stendaler durchkreuzte ein undichtes Dach in Verbindung mit ergiebigen Regenfällen die Duellpläne beider Teams. „Wir waren bereits umgezogen, hatten schon eine komplette Erwärmung durchlaufen, als klar wurde, dass durch die Havarie kein gesundheitlich unbedenkliches Handballspiel stattfinden konnte. Wir sind den Stendalern sehr dankbar dafür, dass sie innerhalb kürzester Zeit mit dem Umzug in eine andere Halle eine Lösung gefunden haben“, erklärte Eintracht-Trainer Sebastian Munter.

Sein Team trotzte dann auch den Umständen und der rund 90-minütigen Verzögerung des Anwurfs. „Wir sind sehr gut in die Partie gekommen und haben ziemlich genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, lobte der Coach. Allen voran das starke Zusammenspiel der Gommeraner Abwehr mit Keeper Julian Hartung sorgte dafür, dass sich die Gastgeber über das gesamte Spiel die Zähne an der gegnerischen Deckung ausbissen. Bereits nach zehn Minuten zog Gommern auf fünf Tore davon (8:3) und lag zum Seitenwechsel bereits mit zehn Treffern vorn.

Auch nach der Pause zahlten sich Ballgewinne in der Abwehr und die daraus resultierende Konterlawine aus. „Über das gesamte Spiel haben wir bestimmt 15 Gegenstoßtore erzielt“, hatte Munter gezählt. Seine Schützlinge räumten so mit einem 6:0-Lauf nach Wiederbeginn letzte Zweifel beiseite und bauten das Polster bis zum Schlusspfiff konsequent aus. „Der Gegner hat wirklich einen sehr schlechten Tag erwischt, aber das soll unsere Leistung nicht schmälern. 40 Treffer wirft nicht jede Mannschaft in Stendal.“
Stendal: Kurze, S. Vogel - Gercke (4), Leinung, Krähe (2), Hepper, Tembe (3/1), Görnemann (2), Schulze (1), Ryssmann, Elsner (5/2)
Gommern: Hartung, Pfahl – Schröder (3), Prokop (4), Schäde (5/3), Stahlhut, Dunker (1), Liebich (9), Kaese (10/4), Alsleben (5), Lindner (3)
Siebenmeter: Lok 4/3 – SVE 7/7; Zeitstrafen: Lok 3 – SVE 2