Minden l Erst war es der Fuß von Jannick Green, dann der Pfosten. Es war vielleicht die Schlüsselszene drei Minuten vor Schluss des SCM-Gastspiels in der Bundesliga bei GWD Minden. 25:24 stand es – und trotz zweier guter Chancen der Gastgeber blieb den Gästen der Ausgleich erspart. Und weil Daniel Pettersson auf der Gegenseite eiskalt zur Zwei-Tore-Führung traf, war es eine dieser Situationen, die am Ende Spiele entscheiden. „In einem Duell zweier ebenbürtiger Mannschaften war der SCM am Ende  einfach cleverer. Das gab den Ausschlag“, analysierte Sky-Experte Stefan Kretzschmar.

Torwart Green bestätigte das: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Das war ein Zittersieg mit glücklichen zwei Punkten.“

Erleichterung beim SCM-Coach

Entsprechend tief atmete deshalb auch SCM-Trainer Bennet Wiegert durch. Für den war die Reise nach Minden von vornherein alles andere als eine Pflichtaufgabe. „Ich bin sehr erleichtert“, sagte er. „Wer das Spiel gesehen hat, kann das ganz bestimmt auch verstehen. Bei dem Verlauf hätten wir auch Punkte verlieren können.“

Dabei ging es gut los für die Gäste. Nach sechs Minuten führte der SCM mit 4:1, weil Minden beim Rückzug schlecht postiert war und in der Offensive an Green scheiterte. Doch als der überraschend doch von Beginn an spielende Michael Damgaard auf 9:6 (20.) stellte, verwarfen die Magdeburger einen Ball nach dem anderen. „Wir haben nur ein Problem – die Konsequenz im Abschluss. Der Rest ist okay“, spornte Wiegert kurz vor der Pause in der Auszeit seine Spieler an. Weil Mindens Torwart Espen Christensen, einer von drei norwegischen Vizeweltmeistern bei den Grün-Weißen, über sich hinauswuchs, ging es nur mit einem 11:11 in die Halbzeit.

Musche knackt 200-Tore-Marke

Das waren gerade einmal 22  Tore. Im Hinspiel gab es beim 40:31 noch ein Schützenfest. Davon hatte Matthias Musche allein zehn Tore geworfen. Aber vor 3800 Zuschauern in der Kampa-Halle tat sich selbst Musche schwer, knackte mit drei Treffern gerade so die 200-Tore-Marke und steht jetzt bei 201 Treffern.

Ohne die Toregarantie des Linksaußen tat sich der SCM auch nach dem Seitenwechsel  schwer. Die Gäste machten aus einem 14:15-Rückstand (37.) zwar ein 20:17 (44.), aber Minden glich acht Minuten vor Schluss zum 22:22 aus. Dann wurde das Spiel zum absoluten Krimi. Und Mindens Trainer Frank Carstens schimpfte: „Wir sind verärgert und enttäuscht, fühlen uns von den Schiedsrichtern klar benachteiligt. Wir wurden auch für eher harmlose Fouls bestraft und waren immer wieder in Unterzahl. Das kostet am Ende Kraft.“

Damgaard ist Matchwinner

Was der SCM eiskalt nutzte.Dass Damgaard mit elf Treffern zum Matchwinner wurde, war nicht mal geplant. Der Däne lag fast die gesamte Woche über mit Fieber flach. Wiegert: „Er sollte viel mehr Pausen bekommen. Doch kurzfristig waren auch Piotr Chrapkowski, Mads Christiansen und Carlos Molina durch einen Virus geschwächt.“

Michael Damgaard fügte lächelnd hinzu: „Wenn ich schon mal hier bin, dann will ich auch spielen. Wir hätten nur cooler vor dem Tor sein müssen.“

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