Frankfurt/Main (dpa/sk) l An diesem Donnerstag beginnt die Handball-Europameisterschaft der Männer. Die wichtigsten Fragen zum Turnier vom 9. bis 26. Januar:

Wo finden die EM-Spiele statt?
Die Endrunde wird zum ersten Mal in drei Ländern ausgetragen. Gastgeberländer sind Norwegen, Österreich und Schweden. Insgesamt gibt es sechs Spielorte. Die Vorrundenspiele werden in Graz (Gruppe A), Wien (Gruppe B), Trondheim (Gruppe C mit Deutschland und Gruppe D), Malmö (Gruppe E) und Göteborg (Gruppe F) ausgetragen. Die Hauptrundenspiele finden in Wien und Malmö statt. Das Halbfinale und die Platzierungsspiele inklusive des Finals steigen in Stockholm.

Auf wen trifft die DHB-Auswahl in der Vorrunde?
Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop bekommt es zum Auftakt mit dem EM-Neuling Niederlande zu tun. Danach kommt es zum Duell mit Titelverteidiger Spanien. Zum Abschluss trifft die DHB-Auswahl auf Lettland.

Welche Spieler des SC Magdeburg sind dabei?
Leider hat es kein SCM-Spieler in den Kader der deutschen Nationalmannschaft geschafft. Dafür sind Jannick Green und Michael Damgaard für Dänemark, Albin Lagergren und Daniel Pettersson für Schweden, Christian O'Sullivan für Norwegen, Filip Kuzmanovski für Nordmazedonien, Zeljko Musa für Kroatien und Piotr Chrapkowski für Polen dabei.

Nach welchem Modus wird die EM gespielt?
Erstmals bei einer EM sind 24 Mannschaften am Start, die in sechs Vorrundengruppen mit je vier Teams gelost wurden. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten erreichen die Hauptrunde, in die sie die Ergebnisse aus den direkten Duellen mitnehmen. Die Teams aus den Gruppen A, B und C spielen in der Hauptrundengruppe I, die Mannschaften aus den Gruppen D, E und F bilden die Hauptrundengruppe II. Die beiden besten Teams aus jeder Gruppe erreichen das Halbfinale, die Drittplatzierten das Spiel um Platz 5.

Wo kann man die Spiele im TV verfolgen?
ARD und ZDF werden alle EM-Spiele der deutschen Mannschaft live übertragen. Das ZDF zeigt unter anderem das Auftaktspiel der DHB-Auswahl am 9. Januar gegen die Niederlande und würde im Falle der Qualifikation auch das Halbfinale mit Deutschland übertragen. Ein etwaiges Finale oder das Spiel um Platz 3 mit deutscher Beteiligung wäre in der ARD zu sehen. Zudem überträgt Eurosport bis zu 18 EM-Spiele ohne deutsche Beteiligung live. Der Internetanbieter Sportdeutschland.TV zeigt alle Endrundenpartien ohne deutsche Beteiligung live, die Spiele der DHB-Auswahl können nachträglich in ganzer Länge oder als Zusammenfassung abgerufen werden.

Wer sind die Kommentatoren und Moderatoren?
Bei den Übertragungen im Ersten kommentiert Florian Naß. Beim Zweiten ist Christoph Hamm der Reporter mit Co-Kommentator Markus Baur. Präsentiert werden die Handball-Sendungen von Alexander Bommes (ARD) und Yorck Polus (ZDF). Beide TV-Anbieter setzen auf ehemalige Nationalspieler als Experten: Dominik Klein arbeitet für das Erste, Sven-Sören Christophersen für das Zweite.

Wer sind die Favoriten?
Topfavoriten sind Olympiasieger und Weltmeister Dänemark sowie der WM-Zweite und Co-Gastgeber Norwegen. Zum erweiterten Kreis der Gold-Kandidaten zählen Titelverteidiger Spanien, der WM-Dritte Frankreich, Kroatien, Schweden und die deutsche Mannschaft.

Kann sich Deutschland bereits ein Ticket für Olympia sichern?
Ja, aber dafür müsste die DHB-Auswahl wie 2016 Europameister werden oder im Falle eines Titelgewinns der als Weltmeister bereits qualifizierten Dänen EM-Zweiter werden. Die Teilnahme an einem von drei Olympia-Qualifikationsturnieren im April hat die deutsche Mannschaft als WM-Vierter bereits sicher.

Wer sind die bisher erfolgreichsten Nationen in der EM-Geschichte?
Seit der Premiere 1994 gab es bisher sechs verschiedene Sieger. Erfolgreichste Nation ist Schweden mit vier Titeln. Frankreich gewann dreimal, Deutschland und Dänemark triumphierten jeweils zweimal.

Wie viele Menschen schauen Handball?
Die deutschen Handballer hatten im Vorjahr den WM-Titel verpasst, aber für die TV-Überraschung des Jahres gesorgt. Die meistgesehene Sport-Sendung 2019 war mit 11,901 Millionen Menschen das verlorene Halbfinale gegen Norwegen. Wie beliebt die Handballer sind, zeigen auch die Werte anderer WM-Spiele: Die DHB-Auswahl nutzte das Jahr ohne Fußball-Großereignis und schaffte zwei weitere Top-Ten-Platzierungen.

Wie geht es nach der EM weiter?
Nach zwei Weltmeisterschaften mit Übertragungen im Bezahl-Fernsehen (2015) oder im Internet (2017) haben sich ARD und ZDF wieder die Rechte gesichert. Sie zeigten 2019 die wichtigsten Partien der WM in Deutschland und Dänemark und sind auch 2021, 2023 und 2025 wieder am Ball. Auch die Europameisterschaften 2022 und die in Deutschland stattfindende EM 2024 wird öffentlich-rechtlich übertragen.