Magdeburg l Nach einem freien Wochenende haben sich die SCM-Handballer am Montag Vormittag wieder zum Training getroffen. Am Donnerstag steht dann das nächste Bundesligaspiel auf dem Programm. Da müssen die Grün-Roten zu den Eulen nach Ludwigshafen (19 Uhr). Dass es dieses Duell vor einem Monat schon im Testspiel gab, sieht Trainer Bennet Wiegert nicht als Problem an. „Wir waren froh, in der Vorbereitung in eigener Halle einen Bundesligisten als Gegner mit Qualität zu bekommen“, erklärt Wiegert, der vor knapp fünf Wochen mit seinem Team 31:24 gewann.

Schnell wieder in der Spur

Nachdem zum Saisonstart durch die Niederlage gegen den Bergischen HC die großen Hoffnungen gleich einen herben Dämpfer erhielten, kam der SCM schnell wieder in die Spur. Dem spektakulären 32:22 bei den Füchsen in Berlin ließen die Magdeburger ein 28:22 gegen Göppingen folgen.

Kritik prallt an Wiegert nicht ab

Wiegert: „Nach dem Auftaktspiel hatte ich keine Lust, auf die Tabelle zu schauen, habe auch nicht viel nach links oder rechts geblickt. Da habe ich mir inzwischen ein ganz gutes Management angeeignet, um mich abzuschotten.“ Die komplette Kritik prallt an ihm aber trotzdem nicht ab. „Wenn der Mülleimer über mir ausgekippt wird, dann schaue ich schon, ob da was dabei ist, was ich mir annehmen kann und was wirklich nur Müll war. Dies gehört einfach dazu, wenn man in der Öffentlichkeit steht beziehungsweise arbeitet. Ich arbeite hart dafür, dass diese Mannschaft und dieser Verein funktioniert. Und dabei wird ein Gedanke mal aufgehen, aber auch mal nicht“, sagt der 38-Jährige.

Für tiefgreifende Analysen ist es Wiegert aber noch zu früh. Auch die gegen Berlin und Göppingen richtig gut funktionierende Rotation im Team will er nicht überbewerten. „Es war ja klar, dass wir nach der langen Pflichtspielpause bei zwei Spielen innerhalb von 48 Stunden ordentlich wechseln müssen. Wenn das so funktioniert wie gegen die Füchse und Göppingen, dann macht das natürlich auch allen Spaß. Es wird aber auch wieder Spiele geben, wo es eventuell nicht so aufgehen wird.“

Keine Damgaard-Diskussion

Wenn bei diesem Thema der Name Michael Dam- gaard fällt, kann der Trainer nur den Kopf schütteln. „Ich kann wirklich nicht verstehen, warum es immer ein Thema ist, ob Mika viel gespielt hat oder wenig. Das tut mir auch wirklich leid für ihn. Da wird mir viel zu viel polarisiert. Und damit tut man vor allem ihm keinen Gefallen“, sagt Wiegert, der den dänischen Shooter nach seinen acht Toren in Berlin gegen Göppingen weitestgehend schonte. Wiegert: „Alle Spieler waren gesund. Da muss ich extern auch nicht immer begründen, wer warum wie lange gespielt hat.“

Verständnis für Musche

Weil Matthias Musche gegen Göppingen nicht seinen besten Tag hatte, wechselte der Trainer das Urgestein sogar schon nach rund 20 Minuten aus und brachte Lukas Mertens. Wiegert erklärt: „,Matze‘ ist vor einer Woche Vater geworden und hatte deshalb viel um die Ohren. Da lag die Priorität nicht auf dem Handball, wofür ich vollstes Verständnis habe. Dass er überhaupt noch nach Berlin gekommen ist, war schon stark. Ich habe da null Druck gemacht. Gegen die Füchse war bei ihm dann auch noch die Emotionalität von der Geburt da. Gegen Göppingen war dann sicherlich ein eventueller Schlafmangel nicht wegzureden.“