Lingen (dpa) - Die klare Niederlage der deutschen Handball-Frauen im zweiten Duell mit dem Weltmeister bereitete Bundestrainer Henk Groener keine Kopfschmerzen.

"Insgesamt bin ich mit unserer Lehrgangswoche sehr zufrieden. Das Einspielen nach dieser langen Pause war uns wichtiger als die Ergebnisse", sagte Groener nach dem deutlichen 26:32 (10:18) gegen die Niederlande in Lingen.

Bei den ersten Auftritten knapp zehn Monate nach dem tränenreichen Abschied von der WM und allen Olympia-Träumen zeigte die DHB-Auswahl vor allem im ersten Spiel gegen die Oranje-Auswahl eine starke Vorstellung, an die sie in der Zweitauflage nur 20 Minuten lang anknüpfen konnte. Das war deutlich zu wenig, um dem derzeit weltbesten Team Paroli bieten zu können.

Vor allem die verschlafene Startphase wurmte Groener. "Da passte gar nichts zusammen. Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", kritisierte der 60-Jährige. Die Gastgeberinnen kämpften sich nach einem phasenweisen Zehn-Tore-Rückstand zwar noch einmal auf 20:23 (46.) heran, verfielen dann aber wieder in alte Fehlermuster.

Die wichtigste Erkenntnis: Es bleibt viel zu tun bis zur Europameisterschaft im Dezember in Dänemark und Norwegen. "Beide Spiele hatten ihre Höhen und Tiefen. Was sie gezeigt haben ist, dass wir mit guten Mannschaften mithalten können, es uns nach wie vor jedoch an Konstanz fehlt. Bis zur EM müssen wir vor allem am Tempospiel, an der Abwehr und unseren Abstimmungsproblemen arbeiten", resümierte Kapitänin Kim Naidzinavicius.

Immerhin neun Monate konnte die DHB-Auswahl wegen der Coronavirus-Pandemie nicht gemeinsam trainieren. "Das hat man gemerkt", konstatierte Naidzinavicius. Zudem fehlten einige Leistungsträgerinnen wie Kreisläuferin Julia Behnke und Rückraum-Ass Emily Bölk, die wegen Corona-Fällen bei ihrem Verein FTC Budapest nicht nach Deutschland reisen konnten.

So durften die Talente Mareike Thomaier und Annika Lott ihr Debüt im Nationalteam geben. Xenia Smits feierte nach über einjähriger Verletzungspause ein gelungenes Comeback. Am Ende nahmen die Spielerinnen trotz der herben Niederlage viel Positives mit. "Der Lehrgang war definitiv ein Erfolg", sagte Rückraumspielerin Evgenija Minevskaja, die mit sieben Toren beste DHB-Werferin war. "Es hat Spaß gemacht, die Mädels wieder zu sehen und sportlich war es ein Schritt in die richtige Richtung."

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