Plötzky l Noch ist Plötzky nicht gänzlich vor einem Hochwasser wie es ein solches im Jahr 2013 zuletzt gab, geschützt. Aber immerhin sind die Maßnahmen zum Hochwasserschutz des ostelbischen Schönebecker Stadtteils jetzt einen großen Schritt vorangekommen. Denn: Seit Oktober 2020 ist der Hochwasserschutz im Bereich Magdeburger Straße/Gartenstraße abgeschlossen.

Dazu erklärt Ronald Günther, Flussbereichsleiter Schönebeck des Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW): „Alle Maßnahmen des LHW nach 2013 in Plötzky sind Maßnahmen resultierend aus dem Hochwasser 2013 und dienen der Schadensbeseitigung. Dabei ist berücksichtigt, dass die Maßnahmen der Hochwasserschadensbeseitigung ihre Wirkung nur entfalten können, wenn die Hochwasserschutzlinie geschlossen ist.“

Schutzmauer mit Pegelständen versehen

Das ist sie durch Abschluss der Maßnahmen am nordwestlichen Plötzkyer Ortsausgang Richtung Elbenau aber noch nicht. Denn: „Der Abschnitt  2, mit direkter Einbeziehung der bewohnten Grundstücke an der Magdeburger Straße, befindet sich noch in der Planung. Auf Grund der komplizierten Lage ist diese nicht fertig gestellt“, berichtet der Flussbereichsleiter. Doch kann dieser Abschnitt bei Hochwasser mit überschaubarem Aufwand und operativen Maßnahmen gesichert werden. Erforderlich werde dieser aber nur bei absoluten Höchstwasserständen.

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Und die gab es in der Vergangenheit. Im Jahr 2013 lag der Pegel hier bezogen auf den Pegel Barby 7,62 Meter (9. Juni 2013) und bei 7,01 Meter am 19. August 2002. Beide Pegelmarken – gemessen in der Gartenstraße – sind an der Deichschart der K1296 ausgewiesen.

Bauzeit dauerte acht Monate

Der jetzt abgeschlossene Bauabschnitt an der K1296 am Ortsausgang Richtung Elbenau wurde in achtmonatiger Bauzeit umgesetzt. „Auf Grund der Platzverhältnisse und problematischer Leitungsführungen im Trassenbereich wurden Beton und Stahlspundwände eingesetzt“, sagt Ronald Günther. Um die Hochwasserschutzanlage überhaupt errichten zu können, waren umfangreiche Leitungsumverlegungen erforderlich.

Die Schart, sprich der Durchgang an der K1296 wird mit Dammbalken aus Aluminium verschlossen. Dabei handelt es sich um teilstationären, sogenannte mobile Anlagenteile, die in Stützen geführt werden. Sie werden aber nur auf Anforderung angewandt.

Mobile Anlageteile

„Das Ziel besteht darin, die Grundstücke trotz der Herstellung von Schutzmaßnahmen weitestgehend und wie gewohnt weiter nutzen zu können und zugänglich zu halten“, erklärt Ronald Günther. Die mobilen Anlagenteile sollen künftig zentral in einer Lagerhalle in Schönebeck gelagert werden. Noch gibt es die Halle aber nicht. Sie befinde sich in der Baugenehmigung. Vorübergehend werden die Plötzkyer Teile im Hochwasserschutzlager des LHW in Gommern gelagert.

„Die grundsätzliche Bemessung der Anlagen orientiert sich an dem aktuellen Bemessungshochwasser zuzüglich Freibord. Der Freibord berücksichtigt unter anderem mögliche Setzungen und Wellengang“, erklärt Ronald Günther die Höhe der neuen Hochwasserschutzanlage. Vor dem Hochwasser 2013 waren in Plötzky in der Garten- und Magdeburger Straße keine Hochwasserschutzanlagen vorhanden, da mit den zu dieser Zeit geltenden Bemessungswasserständen keine Überschwemmungen in Plötzky hätten eintreten können.

Neubewertung als Grundlage

Das Hochwasser 2013 lag aber deutlich über diesen bekannten Werten und hat gezeigt: Überschwemmungen können auch Plötzky erreichen. Deshalb erfolgte im Nachgang eine statistische Neubewertung des Bemessungshochwassers. Die daraus resultierenden Überschwemmungsflächen ergaben, dass es erforderlich war, Hochwasserschutzlinie des rechten Elbumflutdeiches bis in die Ortslage Plötzky hinein anzupassen.

Die Kosten für diesen Abschnitt des Hochwasserschutzes in Plötzky belaufen sich inklusive Planungsleistungen auf circa 2,3 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgte über den Aufbauhilfefond der BRD und das Land Sachsen-Anhalt.