Berlin (dpa) - Julia Roberts und Meryl Streep, Daniel Craig und Colin Firth: Die Namen der Hollywoodstars sind weltbekannt. Viele von uns könnten auch problemlos Regisseure, Komponisten und Kameraleute aufzählen. Dann aber hört es meist auf - dabei sind an Filmen und Serien zahlreiche weitere Menschen beteiligt.

Bei Streaminganbietern kann man am Ende einer Serienfolge zwar sofort weiterschalten und den Abspann überspringen. Doch wer das nicht tut, könnte überrascht sein, wie viele Jobbezeichnungen dann noch folgen. Gaffer und Rigger, steht da, Foley Artist und SFX Technician. Was aber heißt das genau? Und was machen die? Ein Überblick.

GAFFER: Ein schummriger Keller, ein weicher Lichtstrahl im Gesicht der Schauspieler oder ein paar flackernde Flecken bei einer Nachtszene - Beleuchter, oder Gaffer wie sie im Englischen heißen, sind bei Dreharbeiten für das Licht und die Belichtung zuständig.

Mit dem ungeliebten Gaffen, zum Beispiel bei Autounfällen, haben sie also nichts zu tun. Stattdessen bauen sie Scheinwerfer, Lampen und andere Lichtquellen am Set auf und bedienen sie so, dass die gewünschten Effekte entstehen. Oft arbeiten sie eng mit den Kameraleuten zusammen. Als Best Boy wiederum wird ein Assistent eines Oberbeleuchters bezeichnet.

RIGGER: Früher waren Rigger die Menschen, die auf Schiffen für die Takelage, also Masten und Tauwerk, zuständig waren. Mittlerweile gibt es die Bezeichnung auch bei Film- und Fernsehprojekten. Dort sind mit Riggern diejenigen gemeint, die in der Höhe arbeiten und beispielsweise unter der Studiodecke Konstruktionen auf- und abbauen, an die man schwere Objekte hängen kann.

Stunt Rigger hingegen sind dann unentbehrlich, wenn Schauspieler so tun sollen, als würden sie durch die Luft oder das All fliegen. Stunt Rigger planen und koordinieren etwa Seilsysteme, mit denen solche Effekte gefahrlos gedreht werden können.

SFX TECHNICIAN: Wenn Autos explodieren oder Häuser brennen, gibt es bei Filmen und Serien dafür die Experten für Spezialeffekte - im Englischen oft SFX Technician genannt. Sie sind dafür zuständig, diese Effekte am Set real zu inszenieren. In Deutschland gehört Gerd Nefzer zu den bekanntesten Fachleuten: Er gewann 2018 den Oscar für die besten visuellen Effekte für die Arbeit am Science-Fiction-Film "Blade Runner 2049".

SFX ist die Abkürzung für special FX, was ausgesprochen special effect (Spezialeffekt) bedeutet. VFX wiederum beschreibt dabei meist die Effekte, die in der Post-Produktion in ein Werk eingebaut werden. Und wenn es Effekte sind, die am Computer kreiert werden, heißen sie CGI (computer-generated imagery).

FOLEY ARTIST: Jack Foley schuf im frühen Hollywood unterschiedlichste Geräusche für Filme. Nach dem US-Amerikaner sind nun auch die Foley Artists benannt - die Geräuschemacher. Sind im Film Schritte zu hören, wird Kaffee eingegossen oder prasselt Regen auf eine Fensterscheibe, dann sind oft die Foley Artists gefragt. Gerade bei Animationsfilmen müssen sie solche Geräusche beisteuern. Manchmal werden aber auch in Film oder Fernsehen einzelne Szenen nachvertont, zum Beispiel wenn der Originalton nicht so war, wie es sich der Regisseur oder die Regisseurin vorgestellt hat.

ADR SUPERVISOR: Die Dreharbeiten sind beendet, aber häufig muss man nachträglich doch nochmal an den Dialogen feilen. Beispielsweise wenn ein Lied in Studioqualität aufgenommen werden soll, ein anderer Schauspieler einen Charakter spricht oder wenn die Darsteller doch mehr genuschelt haben als sie sollten. ADR Supervisor hören sich dafür die Dialoge in einem Werk an und entscheiden, welche Passagen neu aufgenommen werden müssen. ADR steht dabei für Automated Dialogue Replacement (automatische Dialogersetzung), aber auch für Additional Dialogue Recording (zusätzliche Dialogaufnahme) oder Automatic Dialogue Recording (automatische Dialogaufnahme).

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