Die Stiftung

Die österreichische Unternehmerin, Fernsehköchin und Autorin Sarah Wiener gründete 2007 eine gleichnamige Stiftung.

Zu den Mitgründern zählt auch der Moderator Alfred Biolek. Das bis heute gültige Motto der Stiftung lautet:

„Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“.

Das Ziel: Erzieher, Sozialpädagogen und Lehrer im pädagogische Kochen mit Kindern qualifizieren und sie im Arbeitsalltag dabei unterstützen, eigene Projekte zu initiieren.

Seit 2016 arbeitet die Stiftung mit der Krankenkasse Barmer zusammen. Es wird die bundesweite Initiative „Ich kann kochen!“ gestartet.

Angestrebt wird 50  000 Pädagogen zu qualifizieren und eine Million Kita- und Grundschulkinder zu erreichen.

Es ist die bundesweit größte Initiative ihrer Art.

Außerdem bietet die Stiftung ein Hoffahrten-Programm an jährlich 150 Fahrten nahmen 2016 mehr als 3500 Kinder teil. Die Stiftung hat mehr als 30 Partnerhöfe in 13 Bundesländern.

Quelle: Sarah Wiener Stiftung

Salzwedel l „Ich kann kochen“, ist eine Fähigkeit, die immer weniger Menschen von sich behaupten können. Oft muss es schnell gehen. Das Angebot an Fertiggerichten ist riesig. Also Packung auf, warm gemacht und ab auf den Teller. Der Nachteil: zuviel Fett, zuviel Zucker, zuviel Kalorien, erklärt Lena Mayer, Meisterköchin, Ökotrophologin und Trainerin der Sarah Wiener Stiftung. Die hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Ernährungswissen zu fördern. Und zwar schon bei den Jüngsten. Mit der bundesweiten Initiative „Ich kann kochen“, sollen Pädagogen praxisnah erfahren, wie ihre Schützlinge Spaß an gesunder Ernährung finden, indem sie selbst kochen, dabei heimische Lebensmittel und deren Herkunft kennenlernen. Zusammengefasst macht die Trainerin deutlich, worum es geht: dem Verlust der Koch-, Ess- und Tischkultur entgegenzuwirken.

14 Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen aus dem ganzen Altmarkkreis hatten am Donnerstag und Freitag die Gelegenheit, sich von der erfahrenen Köchin Tricks und Kniffe abzuschauen, um den Kindern zu vermitteln, dass Spinat, Salat, Möhren und „das ganze andere Grünzeug“ eben nicht „bäh“ sind und richtig gut schmecken können. Und das geht am besten, indem die Jungen und Mädchen selbst kochen. „Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen, macht Kindern Spaß“, sagt Dirk Danckert, Regionalgeschäftsführer der Barmer. Die Krankenkasse ist Kooperationspartner bei dem Projekt.

Nach der Theorie, bei der unter anderem deutlich wurde, dass Kinder irgendetwas heute noch mögen, morgen aber schon nicht mehr und wie damit umzugehen ist, ging es in die Küche. Gemeinsam wurden unter anderem Rosmarinkartoffeln, Rote Beete-Salat, selbstgemachter Ketschup – ohne Zucker versteht sich – und ein Dessert zubereitet und nach getaner Arbeit auch verzehrt.

Bilder

Großes Interesse an Koch-AG

Schulsozialarbeiterin Anke Matys leitet an der Pestalozzi-Förderschule Salzwedel eine Koch-AG. „Das Interesse ist groß, wir mussten schon eine zweite Gruppe bilden“, erzählt sie. Von dem Kurs erhoffte sie sich Anregungen, neue Rezepte und Kniffe. Ihr Ziel: mehr Vielfalt. Denn die AG-Teilnehmer haben, wie wohl die meisten jungen Leute, ein Lieblingsgericht: Nudeln mit Tomatensoße. Das geht auch Heike Krieshammer vom Awo-Jugendfreizeitzentrum so. „Wir haben hier gute Tipps erhalten, wie wir die Kinder ans Kochen heranführen können“, sagte sie. Kirstin van Marlick-Lüchow arbeitet im Kinderdorf Altensalzwedel. Dort wird seit Dezember alles selbst gekocht, nachdem die Kinder und Jugendlichen, die Schulspeisung oft verweigert hatten. Immer den Geschmack zu treffen, sei eine Herausforderung, genauso wie den Zucker zu reduzieren. Mit kreativen Zubereitungen, in die die Kinder einbezogen werden, soll das gelingen.

Die Teilnehmerinnen fungieren in ihren Einrichtungen als Multiplikatoren, wollen ihre Kollegen am Gelernten teilhaben lassen. Als Anschubfinanzierung für Projekte in Tagesstätten, Horten, Einrichtungen oder Schulen gibt es jeweils 500 Euro für alle, die den Kurs belegt haben und Info-Material von der Stiftung. Wegen des großen Interesses sind Fortsetzungen im Mai und im November geplant.