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6000 Jahre altes Grabensystem entdeckt - Heiliger Ort?

22.10.2015, 13:47

Libehna (dpa) - Rund 6000 Jahre alte kreisförmige Gräben in Libehna im südlichen Sachsen-Anhalt geben den Archäologen Rätsel auf. Das Erdwerk aus drei ovalen, ineinander gestaffelten Gräben ist etwa einen Meter tief und hat jeweils einen Abstand von sechs Metern.

Das Ganze war einst ein System aus Erdwällen und Gräben mit einer fast kreisrunden Innenfläche von 20 Hektar, sagte die leitende Archäologin, Susanne Friederich, am Donnerstag. Mit Sicherheit war diese landschaftlich exponierte Stelle für die jungsteinzeitlichen Menschen ein besonderer Ort.

Keramikscherben und menschliche Knochen wurden in unmittelbarer Nähe der Gräben in Gruben gefunden. Die Artefakte gehören zur Schiepziger Gruppe. Diese jungsteinzeitliche Kulturstufe aus der Zeit vor 6100 bis 5900 Jahren ist erst seit 2005 bekannt. Damals wurden beim Bau einer Autobahn in Sachsen-Anhalt die ersten Funde gemacht.

Die 6000 Jahre alten Gruben bei Libehna wurden vor 5300 Jahren mit einer Unzahl von Keramikbruchstücken verfüllt. Möglicherweise stand Libehna am Anfang einer Tradition heiliger Orte mit Totenriten, sagte Friederich. Mit Sicherheit werden diese Steinzeitmenschen eine uns noch nicht bekannte Religion praktiziert haben. Und diese Gräbensysteme demonstrierten Macht und Einfluss. Die archäologischen Ausgrabungen dauern bis Jahresende an.

Landesmuseum für Vorgeschichte