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Kulturprojekt zwischen Theatern in Deutschland und Uganda Als Major Dux die Musik verbot und alles in Stille versank

24.06.2011, 04:36

Von Grit Warnat

Magdeburg. Bartolomäus Bob ist Schriftsteller. Er liebt das Leben. Bis sich eines Tages die Welt verändert. Major Dux, als neuer Minister gerade im Amt, hat die Musik verboten und alles versinkt in Stille. Selbst die Spatzen dürfen nicht mehr zwitschern, die Straßenbahn nicht fahren, Autos werden nur noch geschoben und überall stehen Körbe mit Filzpantoffeln. Man flüstert, um sich zu verständigen. Geräuschpolizisten haben die Kontrolle.

Doch auf der Bühne des Schauspielhauses bleibt es nicht still. Denn Bartolomäus Bob flüchtet per Videoinstallation in die dunklen U-Bahn-Schächte unter der Erde und erlebt dort eine Welt mit vielen schrill-schrägen Typen wie der Cocktail-Spinne und Billy Butterfly, einer fetten Raupe mit großer Stimme. Dort hört er endlich wieder Musik. All jene, die Musik lieben, vereinen sich zum Aufstand gegen den Minister für Akustik und Geräusche. Es ist ein Auflehnen gegen die Stille, die Major Dux verordnet hat, weil er in die zum Schmetterling gewordene Billy Butterfly und ihre bezaubernde Stimme verliebt ist.

Sithembile Sithokozile Miriam Menckhat eine wandelbare Stimme und erzählt mit Mimikund Witz diese Geschichte über "Major Dux oder der Tag, an dem die Musik verboten wurde". Ostafrikanische und deutsche Künstler spielen, singen und tanzen mit Leidenschaft und dem Rhythmus im Blut vor immer wieder wechselnden Bildern. Cello und Geige sind vereint im Klang mit kleinen und großen Trommeln.

Ein Kinderbuch von Martin Baltscheid diente als Vorlage für dieses Gemeinschaftsprojekt des Bayerischen Staatsschauspiels München und des National Theatre Kampala (Uganda). Musik, Tanz und Afrika gehören zusammen. Das macht die Inszenierung authentisch. Lebendig ist sie ohnehin.

Zum Schluss, als die Stille bricht, wird mit Tänzen und Liedern afrikanisch-lebensfroh gefeiert. Dann ist dieses Märchen um die Liebe und die große Kraft der Musik, die so viel bewirken kann, wenn man doch nur an sie glaubt, zu Ende. Eine Zugabe gibts für den starken Beifall.