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Lola Die Besten in sieben Tagen

Das Studiokino Magdeburg zeigt alle für die Lola nominierten deutschen Filme in einem Festival. Insgesamt sind das 21 Filme in sieben Tagen.

Von Grit Warnat 11.04.2018, 01:01

Magdeburg l Der Countdown läuft. In 16 Tagen wird in Berlin mit der Lola der renommierteste deutsche Filmpreis vergeben. Zwei Kinos in Deutschland zeigen vorab nominierte Arbeiten auf der Leinwand – das Eiszeit-Kino in Berlin und das Studiokino in Magdeburg. In Magdeburg läuft das Festival bereits zum siebten Mal – erneut in Zusammenarbeit mit der Deutschen Filmakademie und dem Land Sachsen-Anhalt.

Im Studiokino ist das Programm der einen Woche pickepacke voll. 21 Filme sind nominiert, alle, auch die Dokumentar- und Kinderfilme werden gezeigt, sagt, Studiokino-Geschäftsführer Frank Salender. Von sämtlichen Verleihern seien die Zusagen da. Salender: „So viel Programm gab es bei uns noch nie.“ Es gibt Frühstückskino am Sonntag und die extra Leinwand im Studioklub, um logistisch alles zu stemmen.

Das Lola@Magdeburg-Festival startet mit „3 Tage in Quiberon“, der auf der Berlinale im Wettbewerb lief. Der Film von Regisseurin Emily Atef erzählt das letzte große Interview von Romy Schneider, die sich 1981 in den kleinen bretonischen Ort Quiberon zurückgezogen und einem Interview mit dem „Stern“ zugestimmt hatte. Es gab ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen der verletztlichen Diva und dem Journalisten Michael Jürgs.

Marie Bäumer spielt die Schauspiellegende Romy Schneider, Robert Gwisdek den Reporter und Charly Hübner den Fotografen. Jetzt ist Bäumer beim Filmpreis für die beste weibliche Hauptrolle nominiert, Hübner und Gwisdek für die beste männliche Nebenrolle. Überhaupt ist der Film der große Lola-Favorit. Bester Spielfilm, beste Regie, beste Kamera, beste weibliche Nebenrolle – zehnmal ist „3 Tage in Quiberon“ nominiert. Salender spricht von einer „unglaublichen Leistung“. Nicht nur die Nominierungsfülle habe ihn veranlasst, mit dem Film „Lola@magdeburg“ zu eröffnen. Am 12. April, zum Festivalstart, kommt der Film zugleich in die deutschen Kinos. In Magdeburg ist er deshalb auch jeden Tag im Festivalprogramm.

Aber der große Cineast Salender sieht die Lola für den besten Spielfilm bei einer anderen Arbeit. Sein Favorit ist „In den Gängen“ (wird Sonnabend, 20 Uhr, gezeigt). Die zarte, warmherzige Liebesgeschichte, erzählt vom Leipziger Regisseur Thomas Schubert, war ebenfalls im Berlinale-Wettbewerb. Da ging ja bekanntlich der deutsche Film leer aus und Kritiker hatten sich sehr gewundert, dass über starke Filme wie Christian Petzolds Flüchtlingsdrama „Transit“ und eben Stubers „In den Gängen“ bei der Preisverleihung kein Wort gefallen war.

Bei der Preisverleihung in Berlin hofft auch die Mitteldeutsche Medienförderung GmbH auf neue Aufmerksamkeit. Nicht nur für den Film „In den Gängen“. Er gehört zu den sechs Lola-Finalisten in der Kategorie Bester Spielfilm. Auch „Der Hauptmann“ und „Western“ sind in dieser Kategorie nominiert, zudem „Die kleine Hexe“ als Bester Kinderfilm. Sie alle sind maßgeblich an Drehorten in Mitteldeutschland entstanden und von der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt worden, 300  000 Euro gab es allein für „Zwei Herren im Anzug“, der für das Beste Szenenbild nominiert ist. Etwas mehr als zwei Millionen Euro seien in diese Filme geflossen, teilte das Unternehmen mit. Für „Die kleine Hexe“ wurde im Harz gedreht und „In den Gängen“ entstand unter anderem in Bitterfeld und Wittenberg. Insgesamt gibt es für diese fünf, von der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützten Filme 13 Lola-Nominierungen.

Bis zu sechs Filme an einem Tag gibt es zum Festival. Für Cineaten sollte die diesjährige „Lola@Magdeburg“ aber allein schon deshalb ein Muss sein, weil man vier Filme schon vor dem offiziellen Kinostart sehen kann. „In den Gängen“ läuft ebenso wie „Taste of Cement“ und „The Happy Prince“ erst am 24. Mai an, „Herrliche Zeiten“ mit Katja Riemann kommt am 3. Mai in die Kinos. „Man kann einfach bleiben“, sagt Salender. 17,50 Euro kostet das Festivalticket, das gültig ist für alle Vorstellungen. Wirklich wenig Geld für so viel Filmkunst.