Köln l Ein bisschen merkt man doch, dass "Die Höhle der Löwen" schon wieder bei der achten Folge der aktuellen Staffel angekommen ist. Gefühlt ist in Deutschland gerade jeder auf der Jagd nach Erfindungen - und stets auf der Jagd nach dem großen Geld. Bei den "Löwen" fragt man sich um 21.30 Uhr mit ein wenig Schlaf in den Augen eher: "Hat das Drama bald ein Ende?"

Spätestens, als die Gründer von Curaluna eine App vorstellt, gehen die Eltern unter den Zuschauern an die Decke: Per Smartphone soll übermittelt werden, wann eine Windel gewechselt werden soll. Via Twitter wird gewitzelt, ob es demnächst auch Smartphone-Funktionen geben wird, die an die Existenz des eigenen Kindes erinnert. Der Prototyp? Funktioniert nicht richtig. Die Umsetzung? Schlecht. Dafür, dass die Gründer 600.000 Euro möchten, jedoch nur 10 Prozent ihrer Firma hergeben wollen: Gefundenes Fressen für die Juroren. Während Maschmeyer sich in der Sendung mehr oder weniger zum Deal herablässt, wird nach der Sendung bekannt, dass es keine weitere Zusammenarbeit gab.

Patrick Haas und Benjamin Bruder stellten "Tracktics" vor, ein Wearable, das die Geschwindigkeit von Sportlern während des Spiels messen soll. Spezialisiert ist "Tracktics" auf Fußball. Für eine schlappe Millionen wollen die acht Prozent der Firmenanteile abgeben. Für Frank Thelen und Co. wohl eher ein Pitch zum Davonlaufen: Ein Deal kommt nicht zustande.

Produkte, die die Welt (nicht) braucht

Nach der Sendung bleiben Zuschauer zunehmend ratlos zurück: Ist das cool oder kann das weg? Dazu zählten in der achten Sendung Birkenwasser oder das Kaninchengehege-Reinigungsmittel. Deren Erfinderin erzählt, dass sie 20.000 Euro aus eigener Tasche in das Produkt gesteckt hat. Als nach und nach alle "Löwen" aussteigen, kommen ihr die Tränen.

Hier ging es eher um Mitleid als um Verhandlungsgeschick. Die ehemalige Fernsehsendung für Unternehmer wird zunehmend zum Trash-Format umgestrickt. Das zeigte sich auch an der Tatsache, dass Judith Williams vor der Kamera dem Deal gutmütig zustimmte, nach der Sendung jedoch kein Investment zustande kam. Sie und Dagmar Wöhrl wollten 30.000 Euro springen lassen und dafür zehn Prozent der Schweizer Firma bekommen - nur Wöhrl blieb bei ihrem Wort.

Zuschauer können sich noch auf einige Folgen freuen - obwohl bis zum nächsten Dienstag die Hälfte der Erfindungen aus der vergangenen Sendung vergessen sein dürften.