Musical-Premiere am 17. Juni in Magdeburg Die Schöne trifft das Biest auf dem Domplatz
Von F.-René Braune
Magdeburg. Karen Stone, Generalintendantin des Theaters Magdeburg, strotzte beim gestrigen Pressegespräch vor Selbstbewusstsein, und das aus gutem Grund: Die Open-Air-Inszenierung auf dem Magdeburger Domplatz ist schon vor ihrer Premiere am 17. Juni ein Kassenschlager. Von insgesamt 18500 Eintrittskarten sind bereits 17100 verkauft.
Aber damit nicht genug. Zum ersten Mal wird das Musical "Die Schöne und das Biest" in einer Fassung unter freiem Himmel zu erleben sein. "Dafür von Disney exklusiv die Rechte zu erhalten", so Verwaltungsdirektor Christian Ruppert gestern, "war ein langwieriger und schwieriger Prozess. Dass wir es geschafft haben, erfüllt uns schon mit Stolz."
Die von allen Beteiligten als "Großaufgabe" charakterisierte Inszenierung sei nicht zuletzt deshalb möglich geworden, weil das Theater Magdeburg mit seinen vorangegangenen Freiluftinszenierungen "Titanic" und "Evita" nicht nur deutschlandweit Aufsehen erregt hatte. "Für dieses Jahr", so Karen Stone, "haben wir sogar Kartenbestellungen aus Japan bekommen".
Allein die Fakten beeindrucken: Auf einer Bühne von 20 mal 30 Metern befindet sich eine Drehscheibe von 14 Metern Durchmesser, deren höchste Requisiten fast 15 Meter über den Boden ragen. Insgesamt sind 110 Künstler beteiligt, 24 Container sind für die Technik, die Ausstattung, die Garderobe erforderlich. Das finanzielle Gesamtvolumen wird mit 800000 Euro beziffert, mit Beträgen zwischen 15000 und 50000 Euro sponserten die Stiftung Kunst und Kultur Stadtsparkasse Magdeburg, Lotto Sachsen-Anhalt und die SWM Magdeburg das Großprojekt.
Besonders vom Spielort begeistert zeigte sich gestern Gastregisseurin Helga Wolf, die als Expertin für Open-Air-Inszenierungen gilt. "Als ich den Dom und diesen wunderbaren Platz gesehen habe, wusste ich, dass dieses Bauwerk Bestandteil der Inszenierung sein muss", gab sie gestern zu Protokoll. "Deswegen haben wir in das Bühnenbild Fragmente von gotischen Bögen eingebaut, die wunderbar zum Dom im Hintergrund passen."
Obwohl es nicht ganz leicht sei, "Die Schöne und das Biest" bei laufendem Spiel- und Probenbetrieb im Theater zu inszenieren, weil dadurch ständig jemand fehlen würde, versprach sie ein wunderschönes Musical von hoher Qualität und zweieinhalb Stunden Dauer.
In den Titelrollen werden der Norweger Yngve Gasoy-Romdal als Biest und die gebürtige Philippinin Leah Delos Santos als Belle zu erleben sein. Geplant sind bis zum 9. Juli 20 Vorstellungen.