Aktionstag

Digitale Entdeckungstouren zum Internationalen Museumstag

Seit Monaten sind die meisten Museen in Deutschland für Besucher geschlossen. Am Museumstag bringen die Häuser Interessierten ihre „kulturellen Schätze“ deshalb in Hunderten digitalen Veranstaltungen näher.

Von dpa
Der Kurator Uri Faber setzt eine Krone auf eine Torarolle mit Mantel im Berend Lehmann Museum in Halberstadt.
Der Kurator Uri Faber setzt eine Krone auf eine Torarolle mit Mantel im Berend Lehmann Museum in Halberstadt. Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Halberstadt - Virtuelle Live-Führungen, 360-Grad-Rundgänge und Podiumsdiskussionen: Zum 44. Mal haben die die Museen in Deutschland zum Internationalen Museumstag mit einer Fülle von Veranstaltungen besondere Einblicke in ihre Arbeit gewährt.

Wo es die Corona-Lage zuließ, empfingen die Museen ihre Besucher auch vor Ort - die meisten der rund 1500 geplanten Veranstaltungen fanden allerdings wie schon im Vorjahr virtuell statt.

Die Eröffnung des Tages im Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt musste wegen der Pandemie jedoch als rein digitale Veranstaltung stattfinden. Auf der Website des Aktionstages konnten sich Besucher etwa durch eine interaktive Karte durch die verschiedenen Angebote navigieren.

Die rein digitalen Angebote hätten auch Vorteile, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, in einem digitalen Grußwort zur Eröffnung des Aktionstages. „In ein paar Sekunden können Sie von Halberstadt nach Hamburg oder von Rostock nach Nürnberg reisen.“ Köhne betonte die hohe gesellschaftliche Relevanz von Museen. Sie brächten einen Zugang „zu unseren kulturellen Schätzen“ und Freude in den Alltag. „Wir alle sehnen uns in der aktuellen Krise nach Orten der Begegnung, nach Inspiration und Austausch“, sagte Köhne. „Museen bieten diese Begegnung.“

Schirmherr des Museumstages ist traditionell der Präsident des Bundesrats, in diesem Jahr Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Die Corona-Krise habe die Museen vor große Herausforderungen gestellt, sagte der CDU-Politiker. Zahlreiche, lange vorbereitete Ausstellungen hätten abgesagt oder verschoben werden müssen. Das „kulturelle Vergnügen“ eines Museumsbesuches sei nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. „Trotz dieser schwierigen Umstände haben unsere Museen Beachtliches geleistet, um ihre Angebote und Geschichten auf kreativen Wegen zu den Menschen nach Hause zu bringen.“

Auch Haseloff betonte die große gesellschaftliche Bedeutung der Museen in Deutschland. „Ein Museumsbesuch kann Augen öffnen, Gedanken anregen, Verständnis wecken und unterhaltsam sein.“ Auch das Berend Lehmann Museum, in dem die Eröffnungsveranstaltung stattfand, sei „ein Ort, der dazu anregt, darüber nachzudenken, wohin sich unsere Zukunft und Gesellschaft entwickeln soll“, sagte Haseloff. „Museen inspirieren die Zukunft“ lautete in diesem Jahr das Motto des Aktionstages.