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Wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland / "Texte vertiefen die Wahrnehmung der deutschen Gegenwart" Georg-Büchner-Preis für Schriftstellerin Lewitscharoff

05.06.2013, 01:22

Darmstadt (dpa) l Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff (59) bekommt den Georg-Büchner-Preis 2013. Der mit 50000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Autorin wurde in Stuttgart geboren, heute lebt sie in Berlin. Zurzeit ist sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom.

"In ihren Romanen hat Sibylle Lewitscharoff mit unerschöpflicher Beobachtungsenergie, erzählerischer Phantasie und sprachlicher Erfindungskraft die Grenzen dessen, was wir für unsere alltägliche Wirklichkeit halten, neu erkundet und in Frage gestellt", teilte die Jury mit. Der Preis wird am 26. Oktober in Darmstadt verliehen.

"Ihre Texte vertiefen und erweitern die genaue Wahrnehmung der deutschen Gegenwart", hieß es zur weiteren Begründung. Sie behandle in ihren Werken auch philosophische und religiöse Grundfragen und bereichere die Literatur "mit erfrischend unfeierlichem Spielwitz". Ziel ihres Schreibens sei ein "Gespräch mit den Toten" - sie führe es "lebendig und lebenszugewandt".

Nach dem Studium der Religionswissenschaften veröffentlichte die Autorin 1994 ihr erstes Buch "36 Gerechte". Für ihren Roman "Pong" erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Weitere Titel sind "Der höfliche Harald" (1999), "Montgomery" (2003), "Consummatus" (2006), "Apostoloff" (2009) und "Blumenberg" (2011), mit dem sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand.

Lewitscharoff beschreibt in "Blumenberg" die letzten Lebensjahre des gleichnamigen Philosophen, bricht die realitätsnahe Schilderung aber durch irreale Elemente. So liegt gleich zu Beginn des Romans ein Löwe auf dem Teppich des Arbeitszimmers, der zum ständigen - für andere unsichtbaren - Begleiter des Philosophen wird.

Für ihr Werk wurde Lewitscharoff vielfach ausgezeichnet - so auch mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Berliner Literaturpreis, dem Kleist-Preis und dem Ricarda-Huch-Preis.