Dortmund (dpa) l Die Dortmunder „Tatort“-Kommissare um Peter Faber und Martina Bönisch haben den Mord an einem Ex-Bergmann aufzuklären. Der Film „Zorn“ führt zu geschlossenen Zechen im Ruhrgebiet und Verlierern des Strukturwandels. Einige Pointen am Rande lassen schmunzeln. Sonst ist es eine eher trostlose Szenerie. Es wird viel gequalmt und Pils gekippt aus Frust und Langeweile, keine Jobs nach Zechenschließungen in Sicht, man fühlt sich verraten nach vielen Jahren Plackerei unter Tage.

Der Dortmunder „Tatort“, den das Erste am Sonntag um 20.15 Uhr ausstrahlt, spielt – kurz nach dem realen historischen Schlussstrich unter den deutschen Steinkohlenbergbau – an tristen Schauplätzen des Ruhrgebiets, die ein bisschen in depressive Stimmung verfallen lassen. Graue Industrie-Kulissen, ziemlich heruntergekommene Bergbausiedlungen, „Schicht-im-Schacht“-Plakate – und mittendrin am Emscher-Ufer die Leiche eines früheren Bergmanns, erschossen aus nächster Nähe auf einer Abraumhalde. Der Tote hatte bis zuletzt für die Bewohner der Siedlung gekämpft, wollte die Zeche auf Bergschäden verklagen.

Sein Widersacher – selbst früher Steiger – gerät in Verdacht. Er will die Ex-Kumpel bewegen, ein Angebot des Zechenbetreibers anzunehmen. „20.000 Euro für jeden, der hier ein Haus hat, egal, ob Bergschäden oder nicht.“ Auf dem alten Zechengelände soll ein Freizeitpark entstehen. Die Arbeitsperspektive für die einstigen Kumpel ist gleich null. Es sei denn, sie heuern im Vergnügungspark an.

Eine höchst eklige Rolle übernimmt Bibiana Beglau als Verfassungsschutzbeamtin Klarissa Gallwitz – eine Unsympathin, die ihr eigenes Spiel spielt. Etwas überzeichnet kommt der durchgeknallte „Reichsbürger“ Friedemann Keller (Götz Schubert) daher, der offenbar mit Sprengstoff handelt, V-Mann ist und eine dubiose Verbindung zu einigen Bergleuten pflegt. Auch er gerät immer enger ins Visier der Ermittler. In einer Industriehalle hat Keller seinen eigenen Staat ausgerufen. Die Lage droht zu eskalieren, als Faber im Gebäude versucht, den Extremisten zum Aufgeben zu bringen, während draußen der Verfassungsschutz zeitgleich einen Zugriff vorbereitet