Geschichte

Es wird vermutet, dass der bedeutende Theologe Augustinus von Hippo um 400 n. Ch. das Jodeln gemeint hat, als er vom Jubilus schrieb, einer „Form des Rufens, Schreiens oder Singens“, das „wortlose Ausströmen einer Freude, die so groß ist, dass sie alle Worte zerbricht“.

Nicht zu verwechseln ist der Jodler mit dem Juchitzer (Juchzer), dem Jodelruf, dem Betruf, dem Almschrei (Verständigungsruf zwischen benachbarten Almhütten), dem Viehlockruf und dem Kuhreihen. Im Unterschied zum Juchzer und zum Ruf hat der Jodler eine komplexere Form mit mehreren Takten und Harmoniewechseln.

Im Harz finden jährlich Wettstreite in Clausthal-Zellerfeld, Altenbrak und Hasserode statt. Jodeln gehört im Harz zur regionaltypischen Folklore.

Magdeburg l Loriot, der Meister des tiefgründigen Humors, hat sich des Themas „Jodeln“ in einem seiner unvergleichlichen Sketche angenommen und mit der Geschichte von der „Jodelschule“ und dem Begriff des Jodeldiploms die Neigung mancher Deutschen karikiert, auch noch das Spaßigste ernstzunehmen und systematische Regeln dafür zu erarbeiten.

Der Sketch wurde erstmals am 7. Dezember 1978 als Teil der Sendung „Loriot VI“ von Radio Bremen im Ersten deutschen Fernsehen ausgestrahlt und spielt im fiktiven Institut für modernes Jodeln, wo die erwachsenen Schüler die korrekte Aussprache von Jodlern lernen (beispielsweise: „Holleri du dödl di, diri diri dudl dö.“).

Dabei tritt zunächst Jodellehrer Dr. Vogler (Hans Kircher) auf, der seinen Schülern einen Jodler mit äußerster Akribie in einem Diktat beibringt.

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Auf eine falsche Antwort („Dö dudl dö“) von Frau Hoppenstedt (Evelyn Hamann) antwortet der Lehrer, dieses sei „zweites Futur bei Sonnenaufgang“.

Eine Teilnehmerin des Kurses – eben jene Frau Hoppenstedt – wird nach dem Kurs von Reporter Viktor Schmoller (Loriot) für das „Frauenjournal von Radio Bremen“ interviewt.

In dem Gespräch begründet Frau Hoppenstedt ihre Teilnahme an dem Kurs damit, dass sie als Hausfrau und Mutter für den Zeitpunkt, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind, das Gefühl haben wolle, auf eigenen Füßen zu stehen. Sie habe dann „was Eigenes“, ihr Jodeldiplom.

Eine weitere Pointe des Sketches beginnt mit dem Auftauchen von Herrn Hoppenstedt (Heinz Meier), der gegenüber dem Reporter exakt die gleichen Phrasen wiederholt, mit denen seine Ehefrau bereits ihre Teilnahme an dem Jodel-Kurs begründete und dabei ihre Eigenständigkeit betonte.

Im Sketch Kosakenzipfel der gleichen Sendung wird das Jodeldiplom samt Begründung nochmals aufgenommen; er gipfelt in der Beschimpfung Frau Hoppenstedts als „Jodelschnepfe“.

100 aktive Jodler aus dem Harz treffen sich am Sonntag ab 10 Uhr auf der Waldbühne in Altenbrak zum 67 Harzer Jodlerwettstreit. In verschiedenen Klassen – von Kindern und Jugendlichen über Duette, Terzette – bis hin zu den Meisterklassen wird gejodelt. Einer, der sich seit 35 Jahren auf den Jodelbühnen auskennt, ist Jörg Methner, Bürgermeister von Sülzetal.