Halberstadt l Eines stellt die Künstlerin Ilka Leukefeld gleich klar. „Unsere Biennale soll keine elitäre Kunst-Veranstaltung sein, die in sterilen weißen Räumen stattfindet und ein begrenztes Publikum anspricht.“ Vielmehr sollen sich alle von der dritten Monat_Kunst_Halberstadt (MKH) angesprochen fühlen. Kunstliebhaber und -neulinge, Kinder wie Senioren.

Und es wurden ganz bewusst Ausstellungsorte gewählt, die mitten in der Stadt liegen, sagt die Initiatorin der MKH. Ob Rathaus, Dom oder Hochschule – diese Gebäude haben mehr gemeinsam, als nur die Tatsache, dass täglich viele Menschen an ihnen vorbeikommen. Sie alle sind architektonische Zeugen von Wandel – gesellschaftlich, geschichtlich, was ihre Bedeutung angeht. Und passen so zum Thema der MKH „Klimawechsel – Climates of Change“.

Das hat die Kuratorin gewählt, Pippa Koszerek. Die 39-Jährige lebt in London, sie ist als Künstlerin und Autorin tätig, war bereits für mehrere Ausstellungen verantwortlich.

Bilder

14 Künstler aus der ganzen Welt

Für die MKH hat sie 14 Künstler beziehungsweise Künstlergruppen aus Deutschland, den USA, England, Irland, der Slowakei, Japan, Nigeria, Slowenien und Italien verpflichtet. „Mir war es wichtig, Künstler zu haben, die Aktivismus, Wissenschaft oder Protest mit ihrer Kunst verbinden“, betont die Engländerin. „Natürlich ist dieser Ansatz nicht völlig neu.“ Sie verweist auf die Experimente von Leonardo da Vinci und die diplomatischen Bemühungen von Peter Paul Rubens im 17. Jahrhundert. Wie sie sagt, gab es immer „Künstler, die gleichzeitig auch Wissenschaftler, Agenten oder soziale Aktivisten waren“.

Ein Thema, das nicht nur die Gesellschaft diskutiert, sondern eben auch zeitgenössische Künstler beschäftigt, sei das ungehinderte Voranschreiten des Klimawandels. Für die MKH fasst sie das Thema weiter, Klima nicht nur im Sinne von Wetter, sondern auch in Bezug auf Gesellschaft, Meinung oder Politik. Die Biennale präsentiere Werke von Künstlern, die alternative, intuitive und innovative Ansätze nutzen, Veränderungen herbeizuführen.

Kunst zum Mitmachen

Besonders wichtig ist es Pippa Koszerek , dass die Arbeiten für das Publikum erfahrbar sind. „Es gibt nur wenig, was an einer Wand hängt.“ Stattdessen sind es Installationen, Mitmach-Aktionen und Performances, die „auf interessante Weise mit der Architektur der Ausstellungsorte zusammenwirken“. Immer wieder anders, immer wieder neu. Sie beschreibt die Biennale als eine Ausstellung, welche gleichermaßen ein Angstgefühl und grenzenlose Hoffnung weckt.