Weimar (dpa). Ein Prachtband mit Bibel-Kommentaren von Martin Luther aus der Renaissance ist nach mehr als 400 Jahren nach Weimar zurückgekehrt. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek hatte den zehnten Band der Wittenberger Luther-Ausgabe mit Spendengeldern auf einer Auktion erwerben können. Er gehörte bereits im 16. Jahrhundert zur Weimarer Fürstenbibliothek, gelangte jedoch durch Erbteilungen in andere Sammlungen, teilte die Stiftung Weimarer Klassik mit.

Die am Buch aufgebrachten Wappen und zwei Einträge der Herzogin Sophie (1563-1590) auf den Innenseiten der Einbanddeckel weisen es als Eigentum der Weimarer Fürstenfamilie aus. Der prachtvolle Einband mit dem Bildnis des Reformators wurde in der Jenaer Hofbuchbinderei von Hans oder Lukas Weischner gearbeitet. Beide zählten zu den bedeutendsten Buchbindern der Spätrenaissance.

Das Buch konnte aus Spendengeldern gekauft werden, die nach der verheerenden Brandkatastrophe der Bibliothek 2004 zugunsten der Wiederbeschaffung historischer Drucke eingingen. Vom 9. April 2011 an soll das Buch in der Ausstellung "Reise in die Bücherwelt – Drucke der Herzogin Anna Amalia Bibliothek aus sieben Jahrhunderten" im Renaissancesaal zu sehen sein.