Popmusik

Boa: "Ich mag den Osten"

Der Avantgarde-Pop-Künstler Philip Boa tritt bald in Magdeburg auf. Für die Volksstimme stand er Rede und Antwort.

02.11.2018, 08:27

Magdeburg l Die Independent-Band „Philip Boa & the Vodooclub“ ist auf bundesweiter Tour. Morgen kommt sie zu einem Zwischenstopp in die Factory in Magdeburg. Volksstimme-Redakteurin Regine Glaß sprach mit dem Frontman und Kopf der Band, Philip Boa, darüber, warum die Fans im Osten die loyalsten sind und was ihm an Sachsen-Anhalt gefällt.

Volksstimme: Wie war es, David Bowie zu treffen?

Philip Boa: Das war Ende der 90er Jahre und es war magisch. Ich bin ein riesiger Fan und heute noch stolz auf mich.

Wen würden Sie darüber hinaus als musikalische Einflüsse bezeichnen?

Post-Punk, The Clash und später David Bowie. Außerdem hatte ich eine Techno- und eine House-Phase. Ich versuche aber nicht stehen zu bleiben und mich immer musikalisch weiter zu entwickeln. Konstanten sind jedoch schon David Bowie, Leonard Cohen, und Jim Morrison.

Sie pendeln zwischen den Wohnorten Dortmund und London. Wo liegt denn für Sie die Heimat?

Meine Heimat ist Dortmund.

Wie sind Sie dazu gekommen, zwischen London und Dortmund zu pendeln?

Ich habe lange in Malta gelebt, mein Equipment, Gitarren und Archiv waren in London. Irgendwann habe ich mich dann entschieden, in London mein Headquarter aufzuschlagen. Es war sehr wichtig, Deutschland zu verlassen. Ich betrachte die Sachen gern einmal aus der Vogelperspektive.

Worin hat sich diese Loyalität denn gezeigt?

Das läuft über Einladungen und Besucherzahlen. Und den Fanatismus der Fans. Man spürt einfach, dass wir von den Leuten im Osten immer weiter geliebt wurden.

Sie haben bereits eine Krise der Band erwähnt. Worin bestand diese?

Wenn man 30 Jahre lang als Band existiert, gibt es immer wieder Hoch- und Tiefphasen. Unsere größten Erfolge hatten wir dann in den 80er Jahren. Unsere Schwierigkeiten sind zum Schluss dramatisch angestiegen.

Wie würden Sie Ihren Musikstil beschreiben?

Meinen Musikstil beschreibe ich nicht. Unsere größten Erfolge hatten wir zwischen 1990 und 1994. Es ist jedoch ein zeitloser Sound. So etwas wie die deutschen 80er Jahre habe ich ignoriert. Ich war immer sehr international aufgestellt.

Waren Sie schon einmal in Magdeburg? Und wenn ja, wie gefällt es Ihnen?

Klar, es ist eine Großstadt und ich mag einfach Großstädte. Ich mag generell den Osten.

Was mögen Sie am Osten?

Hier gibt es die treuesten Fans. Ich habe hier schon immer gern gespielt. Die Leute sind loyal und haben auch in Krisenzeiten immer zu uns gehalten. In unseren Krisenzeiten zwischen 2001 und 2012 sind uns im Westen viele Fans verloren gegangen. Heute ist es aber überall gleich. Ich vergesse aber Loyalitäten nicht.

Welche Orte in Sachsen-Anhalt haben Sie außer Magdeburg schon besucht?

Wir waren einmal in Dessau und haben dort beim Kurt-Weill-Festival gespielt. Das war ein sehr schöner Zusammenhang. Dessau ist ja wegen des Bauhauses sehr wichtig, das ist sehr schöne Architektur.

Bleiben Ihnen denn noch ein paar Tage in Magdeburg oder geht es dann gleich weiter?

Es geht dann gleich weiter. Wir sind bundesweit unterwegs. Sie führt am Ende nach Dortmund zurück. Schade, denn eigentlich finde ich es sehr schön, wenn man noch ein paar Tage Zeit hat. Weihnachten zum Beispiel waren wir in Leipzig, das war wunderbar. Halle finde ich in Sachsen-Anhalt auch sehr gut. Die Stadt hat sich gut entwickelt.

„Philip Boa & the Voodooclub“ spielen am Sonnabend, den 3. November, in der Factory in Magdeburg. Einlass ist um 19 Uhr, das Konzert beginnt um 20 Uhr. Es wird eine Abendkasse geben.