Thale l Mit der „Kelly Family“ war er schon vor fast 30 Jahren erfolgreich. Mittlerweile hat Angelo Kelly längst seine eigene Familie gegründet. Der 37-Jährige setzt die Tradition erfolgreich fort und ist mit seiner eigenen kleinen „Kelly Family“ auch dieses Jahr wieder auf Tournee. Und zwar ebenfalls recht erfolgreich. Für die Volksstimme holt er den „Irish Summer“ in den Harz. Für gleich zwei Konzerte steht er mit seiner Familie im Harzer Bergtheater in Thale auf der Bühne.

2018 bist du bereits mit deiner Familie im Harzer Bergtheater in Thale aufgetreten. Freust du dich auf den Harz?
Angelo Kelly: Auf jeden Fall. Die Bühne dort ist eine außergewöhnliche Location. Ich war vorher noch nie da. Es war für uns wie Urlaub. Im Sommer haben wir meist ganz unterschiedliche Locations, während im Winter die Hallen von innen alle eher gleich aussehen. Aber Thale ganz oben auf dem Berg, das war schon außergewöhnlich. Der Blick nach oben zum Publikum und nach unten ins Tal, im Hintergrund die Berge - einfach traumhaft.

Was sagt deine Familie zu der Bühne? Es gibt ja sogar noch ein Zusatzkonzert.
Das erste Konzert war ja so wahnsinnig schnell ausverkauft. Deswegen gibt es noch ein zweites Konzert, einen Tag eher. Am 18. Juli. Ich freue mich ganz besonders, dass wir somit auch als Familie mehr Zeit haben die Gegend zu erkunden. Die Kinder (lacht) und ich auch wollen unbedingt die Sommerrodelbahn ausprobieren.

Was machst du mit deiner Familie anders? Was läuft in deiner Familie anders, als in deiner ersten Kelly Family?
Wir machen alles anders, weil wir eine andere Familie sind. Die Kelly Family kam von der Straße und wir waren auf einmal sehr bekannt. Ich habe den Vorteil, dass ich das alles mal erlebt habe. Auch von der Seite der Kinder. Ich habe meine Kindheit als sehr positiv empfunden und als ein großes Geschenk. Mir ist wichtig, dass meine Kinder verstehen, dass Karriere und Ruhm nicht an erster Stelle stehen dürfen. Musik muss eine Leidenschaft sein, berühmt zu sein darf nicht der Antrieb sein.

Was machst du anders?
Die Tour planen wir als Familie gemeinsam. Den musikalischen Teil, aber auch die Art des Reisens und das Catering. Es gibt auch nur die eine Tour im Sommer. Früher habe ich in der gleichen Zeit 200 bis 300 Konzerte gegeben. Ich hab es geliebt. Es ist jedoch nicht für jedes Kind okay. Aber als Familie muss man die Balance finden. Das ist auch der Grund, warum es Angelo Kelly und Family heißt. Der Druck liegt auf mir. Wenn die Kinder nicht wollen, dann müssen sie auch nicht. Ich werde immer Musik machen.

Wie bist du so als Vater? Gibt es strenge Regeln?
Ich bin nicht mein Vater. Ich ziehe mit meiner Frau an einem Strang. Es gibt Eltern, die lassen ihre Kinder einfach alles machen. Das Kind weiß dann nicht, wo es hingehört. Gerade weil man das Kind liebt, braucht es Regeln. Es gibt Aufgaben, die man als Eltern übernehmen muss. Eins ist jedoch klar. Es gibt keine Gewalt, nur sehr viel Liebe und Herzlichkeit. Alle Kinder haben kleinere Aufgaben im Haushalt, von klein an. Sie sollen auch lernen, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen.

Deine fünf Kinder sind schon kleine Stars, stehen mit dir zusammen auf der Bühne – streben einige bereits eine Solo-Karriere an?
Mein ältester Sohn Gabriel ist jetzt 18 und schreibt schon eigene Songs. Er will in den nächsten Jahren bestimmt etwas Eigenes ausprobieren. Die Kinder entwickeln sich Stück für Stück. Ich warte auf den Moment, wo der erste geht.

Das ist ja auch Thema bei euch in der Familie. Für das neue Album „Irish Heart“ hat deine Frau Kira zusammen Gabriel einen ziemlich emotionalen Song geschrieben.
Kira und Gabriel verarbeiten in dem Song ihre Gefühle. Es geht darum, dass eine Mutter eines Tages loslassen muss. Kira beschreibt in dem Lied, wie es ihr damit geht, dass ihr Sohn bald auf eigenen Füßen stehen wird. Für sie ist das natürlich sehr emotional. Sie muss ihr „Baby“ loslassen. Auch wenn das Baby schon fast erwachsen ist. Kira ist der Song mitten in der Nacht eingefallen und sie konnte erst wieder einschlafen, als sie den Song auf ihr Handy gesungen hatte.

Welchen Anteil hat Helen daran?
Helen hat ein richtig gutes Gefühl für die Kostüme. Das rote Cape hat sie in einem Fundus gekauft. Sie hat sehr viel Talent und guckt auch schon nach Studiengängen in diesem Bereich. Sie bleibt also künstlerisch. Sie dreht kleine Filmchen und zeigt darin, wie sie Kleider schneidert - vor allem aus dem 18. Jahrhundert.

An beiden Konzerttagen hat die Seilbahn Thale zum Hexentanzplatz ihre Fahrzeiten für die Konzertbesucher verlängert. Die Eintrittskarten für das Zusatzkonzert am 18. Juli 2019 sind an der Abendkasse, in allen Biber-ticket-Verkaufsstellen und im Internet erhältlich.