Leitzkau (dpa) l Nach einer jahrelangen Durststrecke ist es um die Sanierung von Domen, Schlössern und Burgen in Sachsen-Anhalt wieder deutlich besser bestellt. Der Kulturstiftung des Landes, der 18 Denkmale vom Havelberger Dom bis zur Moritzburg in Halle gehören, stehen in diesem Jahr rund acht Millionen Euro Investitionsmittel des Landes zur Verfügung. Jahrelang war es knapp halb so viel. "Wir sind aktuell auskömmlich finanziert", sagte der Generaldirektor der Stiftung, Christian Philipsen, der Deutschen Presse-Agentur.

In diesem Jahr solle etwa am Havelberger Dom mit der Sanierung des Dachs über dem Hauptschiff begonnen werden. Den eigentlichen Arbeiten, die zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen werden, gehen Ausschreibungen voraus. Nötig ist das neue Dach, weil nach Herbststürmen große Löcher von bis zu drei Quadratmetern klafften. Im Kloster Michaelstein im Harz, das eine Musikakademie und ein Museum beherbergt, sollen die Außenflächen neugestaltet werden. Es soll ein neues Besucherleitsystem geben. Und auch am Magdeburger Dom wird weiter saniert. Am Ostchor, an dem die Bausubstanz bröckelt, soll die Fassade saniert werden. Mehrere Jahre werden die Arbeiten außen und innen in Anspruch nehmen.

200 Millionen Euro in Aussicht

Neue Chancen, aber auch große Herausforderungen sieht Philipsen in der geplanten neuen Schlösserstiftung für Thüringen und Sachsen-Anhalt, für die der Bund 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat. Die Länder sollen je 100 Millionen Euro dazugeben. Offen sei noch die Frage, in welcher Struktur und nach welchen Förderrichtlinien die Investitionsmittel ins Land kommen. "Das wäre eine Möglichkeit, bestimmte Liegenschaften voll durchzusanieren", sagte Philipsen.

Welche er dabei genau im Blick hat, wollte er Philipsen noch nicht sagen, weil die Rahmenbedingungen noch nicht klar seien. "Das sind große Chancen, aber auch große Aufgaben." Hinter jeder Baumaßnahme stehen Planung, Ausschreibung, Umsetzung – und mehr Personal. "Man bräuchte einen eigenen Baustab", sagte Philipsen. Bauingenieure, Techniker und andere Fachleute seien schon heute heiß umworben. Vielerorts gebe es Investitionsprogramme.

In den vergangenen 22 Jahren seit der Gründung der Stiftung seien 180 Millionen Euro verbaut worden, nun sollten es 200 Millionen in rund acht Jahren sein, rechnet der Verwaltungsdirektor der Kulturstiftung, Claus Rokahr, vor.

Immer mehr Aufgaben

Die Aufgaben der Kulturstiftung wachsen dabei stetig. In einem nächsten Schritt übernimmt sie etwa zum 1. Januar 2020 den Betrieb des Halberstädter Domschatzes von der dortigen Kirchengemeinde. Der Dom gehört der Stiftung, die Präsentationsrechte lagen jedoch immer bei der Gemeinde. Die Besucherzahlen waren laut Philipsen zuletzt mit rund 30.000 pro Jahr gut, die Kosten stiegen aber.

"Wir werden auch investieren", kündigte der Stiftungs-Direktor an. Insbesondere solle der Zugang zum Domschatz künftig über das Nordportal durch den Dom führen und nicht mehr durch einen Extra-Eingang. Geplant seien ein Domladen mit speziell auf Halberstadt ausgerichtetem Sortiment, ein Café und die Integration eines Informations-Punktes für Touristen. Dieses Modell gehe mit dem Magdeburger Dommuseum schon gut auf.

An der vergleichsweise zeitlosen Präsentation des Domschatzes solle aber nichts geändert werden. Es werde auch weiter kein Eintritt für den Besuch im Dom erhoben. Allerdings sollten mehr Besucher des Domes für eine Besichtigung des Domschatzes gewonnen werden, sagte Philipsen.