Klimaschutz

Im Ranking nach unten gestuft – FDP sauer auf WDR

Wie hält es die FDP mit dem CO2-Preis? 
Wie hält es die FDP mit dem CO2-Preis?  Foto: Uwe Anspach/dpa

Köln/DUR/slo - Nach einem Beitrag über die Klimaschutzziele der einzelnen Parteien steht der WDR im Kreuzfeuer der FDP. Grund dafür ist ein Beitrag der Sendung „Quarks“. Dieser durchleuchtet die Wahlprogramme der sechs großen Parteien zum Klimaschutz.

Nachdem die einzelnen Wahlprogramme analysiert sind, stellt die Redaktion zum Ende hin ein Ranking auf. Wenig überraschend landet die AfD ganz hinten, die Grünen schaffen es nur auf Platz drei, davon die Linke und – O-Ton der Redaktion: „Ja, wir waren auch überrascht“ – die FDP.

Allerdings steht die FDP nur für wenige Sekunden ganz oben und wird dann auf Platz fünf zurückgestuft – und nun schäumt die Partei. Der Vorwurf: Hat die Redaktion die Partei aus ideologischen Gründen durchfallen lassen?

Das Problem ist die Herangehensweise. Als einzigen konkreten Punkt im FDP-Programm hat die „Quarks“-Redaktion die Einführung eines CO2-Preises auf alles ausgemacht. Nach Berechnung von Wissenschaftlern, auf die sich die Redaktion stützt, müsste dieser bei 150 Euro liegen. Dann wäre er extrem wirksam, Kohlekraftwerke würden sich beispielsweise sofort nicht mehr rechnen, Deutschland wäre dem Ziel Klimaneutralität sehr viel näher.

Aber: Die Redaktion glaubt nicht, dass die FDP das umsetzt. „Wir bezweifeln, dass sie das auch so tun würden“, heißt es im Video, schließlich wäre Deutschlands Stromversorgung dann akut gefährdet. Und ohne diese „einzige konkrete Maßnahme“ sei die FDP eben nur auf Platz fünf.

Tatsächlich hat die FDP nicht vor, den CO2-Preis auf 150 Euro steigen zu lassen. Selbst die von den Grünen vorgeschlagenen 60 Euro sind der Partei viel zu hoch. Problem des Rankings ist also ein Widerspruch zwischen Wissenschaft und Partei-Meinung, den die Redaktion nicht auflöst. „Die Redaktion bedauert sehr, dies nicht eindeutig genug kenntlich gemacht zu haben. Zudem erkennen wir, dass in diesem sachlichen Beitrag sowohl die Form eines Rankings als auch die Abwertung einer einzelnen Partei innerhalb des Rankings unpassend war“, teilte der WDR gegenüber der „Welt“ mit.