"IaF"-Darsteller studiert Medizin „Sachsenklinik“-Schauspieler Lukas Sickert: Reise vom Set ins echte Krankenhaus – in Halle!
Lukas Sickert verbindet seit seiner Kindheit Schauspiel und Medizin. Während er in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" Patienten trifft, behandelt er im echten Leben selbst welche.

Halle (Saale). – „Schon als kleiner Junge im Kindergarten hat mich Medizin unglaublich fasziniert“, sagt Lukas Sickert. So sehr, dass er bereits im Alter von sechs Jahren unbedingt an einem Casting teilnehmen wollte und seitdem in der erfolgreichsten deutschen Fernseh-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ mitspielt.
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Und die Faszination ist bei ihm bis heute geblieben. Seit sechs Jahren studiert der junge Mann nun auch Medizin – an der Universitätsmedizin in Halle.
"In aller Freundschaft": Als Sechsjähriger zum Casting
Von ungefähr kommt Sickerts frühes Interesse für die medizinische Themenwelt allerdings nicht. Beide Elternteile sind Ärztin beziehungsweise Arzt. „Da habe ich wahrscheinlich schon sehr früh einiges aufgeschnappt und fand es echt spannend, wenn beide von ihrer Arbeit erzählten“, erinnert er sich heute.
Und als dann eines Tages ein Aushang zum Casting für eine Fernseh-Krankenhausserie an seiner Grundschule klebte, „wollte ich da unbedingt hin“. Gesagt, getan – und der kleine Medizin-Fan bekam schließlich die Schauspielrolle. „Ich glaube allerdings, dass es dabei weniger um mein großes Interesse am Arztsein oder um irgendein Schauspieltalent ging, als vielmehr am Ende darum, dass ich wohl meinem Vorgänger am ähnlichsten sah.“
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Aber das war dem damals Sechsjährigen eigentlich auch ziemlich egal. „Ich war dabei.“ 2006 war das, und der kleine Leipziger ist von Folge 347 an Teil der großen „In aller Freundschaft“-Familie – bis heute.

Lukas Sickert: Patienten kennen ihn aus der "Sachsenklinik"
Seit nunmehr 19 Jahren schlüpft Sickert inzwischen in die Rolle des Bastian Marquardt. Als Film-Sohn der taffen Verwaltungsdirektorin verbringt er viel Zeit in der „Sachsenklinik“ in Leipzig.
„In manchen Jahren kamen da rund 40 Drehtage zusammen“, erinnert er sich zurück. Für die nötigen Freistellungen musst er der Schule „regelmäßig ordentliche Leistungen“ nachweisen. „Ich fand es von Anfang an cool am Filmset und glaube, dass mir die Schauspielerei auch beim echten Lernen sehr gut geholfen hat.“
Seine große Leidenschaft war aber dennoch eher das Fußballspielen. „Da musste sich die Planung der Drehtage schon öfter mal nach meinen Trainingstagen richten“, lacht Lukas.
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Die Idee, aus dem Interesse an Medizin schließlich auch seine Profession zu machen, kam ihm dann spätestens mit dem Biologieunterricht. „Das war nochmal ein echter Marker für mich. Der menschliche Körper, die Organe, wie alles funktioniert und zusammenhängt – das hat mich alles riesig begeistert.“
Nach dem Abi macht er ein dreimonatiges Pflegepraktikum im Leipziger Elisabeth-Krankenhaus, das ihn in seinem Berufswunsch weiter bestärkte. „Vor allem der Patientenkontakt hat mir unfassbar viel Spaß gemacht“, erinnert er sich an die Anfänge „seiner echten Medizinarbeit“. Und es war „schon auch irgendwie cool, wenn mich Patienten als Basti aus der Sachsenklinik erkannt haben.“
"Sachsenklinik"-Star: Sickert zieht für Medizinstudium nach Halle
2019 begann Sickert dann schließlich mit dem Medizinstudium in Halle, wo schon sein älterer Bruder an derselben Fakultät studiert hatte. Und auch seinen Wohnsitz verlagerte er wenig später in die Saalestadt.
„Natürlich habe ich seitdem weniger Zeit für die Sachsenklinik“, doch die Produzenten passten seine Rolle an. Der inzwischen groß gewordene Fernseh-Bastian wurde flügge und lebt inzwischen als Musiker in Liverpool. „Ab und zu tauch ich noch auf, wenn Bastian mal wieder zu Besuch nach Leipzig kommt und dabei meist auch die Klinik besucht.
„Es sind deutlich weniger Drehtage geworden, doch der Spaß am Set ist geblieben“, brennt er weiterhin für seine spannende Schauspielfigur. „Ich bin mit meiner Rolle echt zufrieden. Bastian ist kreativ, extrovertiert, familiennah, durchsetzungsstark und loyal – einfach ein cooler Typ, der viele Sachen erlebt.“

"In aller Freundschaft"-Schauspieler studiert seit fünf Jahren Medizin in Halle
Im wahren Leben lernt er seit fünf Jahren die echte Medizin kennen. „An der Medizinischen Fakultät in Halle gibt es schon viele echt tolle Kurse wie zum Beispiel den Präparationskurs“, was ihn in seiner Entscheidung, Arzt zu werden, weiter bestärkte.
Dabei stand der Studiumsstart eigentlich unter keinem guten Stern, machte doch die Corona-Pandemie den Einstieg nicht unbedingt perfekt. „Aber das Studium wurde hier ziemlich gut organisiert“, empfand Sickert. „Online-Vorlesungen, Plattformen für Dateien, viele tolle Dozenten“ – an die Semester seiner Vorklinikzeit erinnert er sich immer gern zurück.
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Ab dem fünften Semester ging es dann verstärkt auch in die Kliniken „Insbesondere der Patientenkontakt ist für mich immer noch faszinierend“, schwärmt er. „Wenn auch anders als in der Sachsenklinik, wo der Klinikdirektor höchstpersönlich die Patienten am Haupteingang empfängt und auch immer sofort ein Oberarzt kommt, wenn jemand die Klingel an seinem Krankenbett drückt“, lacht Sickert.
In der ARD-Serie werde schon alles sehr idealisiert und perfektioniert dargestellt. „Da ist ein Chirurg gleich für alle chirurgischen Eingriffe Spezialist und operiert alles, egal ob Bein, Kopf oder Herz.“
Lukas Sickert hat medizinische Fachrichtung im Blick
Sickert haben es nach seinen absolvierten zehn Semestern die Anästhesie und die Notfallmedizin mittlerweile am meisten angetan. „Hier hat man ständig andere Fälle und die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich“, sagt der Student, für den „Grey‘s Anatomy“ die beste Krankenhausserie ist.
In dem Bereich könnte er sich auch seine berufliche Zukunft vorstellen. Für Anästhesie und Notfallmedizin gibt Sickert inzwischen sogar schon selbst Kurse – als Tutor am Simulationszentrum des Dorothea Erxleben Lernzentrums Halle (DELH) unterstützt er Kommilitonen.
Für ihn selbst steht aktuell erst einmal das zweite Staatsexamen an, bevor es dann ins Praktische Jahr geht. Im Frühjahr 2025 hat er zudem seine Promotion angemeldet, die sich mit der Lebensqualität bei Pankreatitis beschäftigen soll: ein rappelvoller Plan für den 25-Jährigen.

Lukas Sickert: "Sachsenklinik" schafft Mix aus Alltagsproblemen und Medizin
„Um ein echter Arzt zu werden, ist es schon ein echt langer Weg“, weiß Sickert inzwischen. Und auch, dass in einem echten Krankenhaus oftmals „nicht so ein smoothes Arbeitsleben wie in einer Fernsehserie herrscht".
Dennoch glaubt er, dass „In aller Freundschaft“ den Zuschauern das Klinikleben doch nähergebracht wird.„Wahrscheinlich machen die einfachen, nachvollziehbaren Krankheitsbilder die Serie so erfolgreich“, sagt er. „Sonst gäbe es sie schon längst nicht mehr.“
Mehr als 1.100 Folgen sind es seit 1998 inzwischen. „Es ist einfach ein guter Mix aus Alltagsproblemen und Medizin.“ Und er betont, dass „alles, was in der Sachsenklinik medizinisch gesagt und getan wird, mit einem Profi vor Ort vorab abgeklärt" ist.
"Sachsenklinik"-Schauspieler musste Fußball an den Nagel hängen
Der junge Mann genießt sein vollgestopftes Leben zwischen Medizinstudium in Halle, Dreharbeiten und Familie in Leipzig sowie bseiner Freundin, die in Gießen ebenfalls Medizin studiert.
Statt seines geliebten Fußballs, den er nach einem schweren Kreuzbandriss ungewollt aufgeben musste, zieht es ihn inzwischen regelmäßig ins Fitnessstudio. Wenn dann noch Zeit bleibt, bummelt er am liebsten durchs Grüne oder schnappt sich seine Gitarre, die er schon seit seiner Kindheit spielt.
In ein paar Jahren möchte Lukas Sickert dann selbst als Arzt – „vielleicht auch am UKH“ – arbeiten. Ob er das dann weiterhin mit seiner Schauspielerei verbinden kann, „wird sicherlich sehr schwer“, weiß er. „Aber große Lust, habe ich da immer noch drauf. Das reale als auch das perfektionierte Leben in einem Krankenhaus haben es mir einfach angetan.“