Trompeten-Virtuose Ludwig Güttler gastierte bei den 50. Telemann-Festtagen in der Magdeburger Johanniskirche Zeugnis der ungeheuren Kreativität eines Komponisten
Magdeburg. l Ein musikalischer Leckerbissen war das Konzert von Professor Ludwig Güttler und den Virtuosi Saxoniae anlässlich der 50. Magdeburger Telemann-Festtage am Sonntagabend in der Johanniskirche der Elbestadt. Begeisterter Beifall war der Lohn für das knapp zweistündige Musikereignis des weltberühmten Trompeters und Ensembleleiters.
Güttler und seine Musiker waren nicht das erste Mal Gast der Telemann-Festtage in Magdeburg. Der berühmte Magdeburger Komponist Telemann (1681 bis 1767) steht als Zeitgenosse in einer Reihe mit Händel und Bach, die Verbindungen nach Leipzig und Dresden gab es schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Telemann war eng mit dem Dresdner Konzertmeister Johann Georg Pisendel befreundet. So lag der Bezug zur berühmten Dresdner Hofkapelle August des Starken nahe. Hier wurden etliche seiner Werke auf eine große Besetzung hin ergänzt und aufgeführt.
Aus diesem Fundus schöpfte Güttler bei seinem Jubiläumskonzert beispielsweise mit dem Concerto D-Dur für drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo oder dem Concerto D-Dur für Violine, drei Corni da caccia, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo.
D-Dur-Konzert war Höhepunkt
Insbesondere letzteres Musikstück zeigt die ungeheure Kreativität des Komponisten, der experimentierfreudig drei Hörner und Violine in einem Solo-Wechselspiel durch Oktavsprünge und Tonwiederholungen führt. Es bedarf wohl der Reife und Erfahrung eines Orchesters mit gestandenen Musikern, wie der Virtuosi Saxoniae, um diese Kontrapunkte zu einem einheitlichen gewaltigen Musikwerk zu verschmelzen.
Das erhält seine Glanzpunkte durch die geschickte Verbindung Luwig Güttlers von hervorragenden Soli mit einer in sich stimmigen Ensembleharmonie. Der Dresdner Konzertmeister Pisendel, selbst ein hervorragender Violinvirtuose, hatte seinerzeit dieses Telemann-Werk in der Violin-Solostimme noch zusätzlich "ausgeschmückt", ohne das kompositorische Werk seines Freundes grundlegend anzutasten. Dieses D-Dur-Konzert war zweifellos der Höhepunkt des musikalischen Abends und wurde von den Zuhörern dann auch als Zugabe erneut gefordert.