Düsseldorf (dpa) - Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen will die Europa- und US-zentrierte Sicht auf die Kunst aufbrechen.

In einem dreijährigen Forschungsprojekt Museum global werde die eigene Sammlung der Klassischen Moderne und des amerikanischen Expressionismus kritisch hinterfragt, sagte die künstlerische Leiterin Marion Ackermann am Freitag in Düsseldorf.

Am Ende stehe 2017 eine Ausstellung, die von der Bundeskulturstiftung mit 800 000 Euro gefördert werde. Dabei sollen die Werke des Hauses in Bezug zu weltweiten parallelen Strömungen präsentiert werden. Einflussreiche Museen wie die Tate in London, das Centre Pompidou in Paris oder das MoMa in New York hätten längst ihren jeweiligen Sammlungskanon überprüft. In Deutschland greife zeitgleich zur Kunstsammlung die Nationalgalerie Berlin das Thema Museum global auf und präsentiere ebenfalls 2017 eine Ausstellung.

Ackermann wies Kritik an der von ihr betriebenen Ausrichtung der Landesgalerie zurück. Sie wolle keine Blockbuster machen, die man schon 1000 Mal gesehen hat, sagte sie. Wir arbeiten auch mit Künstlern, die marktfern sind. Das zeige zum Beispiel die laufende Ausstellung zur amerikanischen Abstraktionskünstlerin Agnes Martin. Das Museum habe auch einen Bildungs- und Forschungsauftrag. Wenn Besucher das Hauptkriterium wären, würde ich ein ganz anderes Programm durchpeitschen. Aber auch das Publikum der Museen ändere sich. Wir können auf keinen Fall weitermachen wie bisher.

Das Ausstellungsprogramm 2016 spiegelt den Anspruch wieder. Gezeigt werden etwa der in Deutschland wenig bekannte italienische Künstler Alberto Burri (1915-1995) sowie die französische Künstlerin Dominique Gonzalez-Foerster. Bekannter ist dagegen der Fotokünstler Andreas Gursky, der im Sommer neue Arbeiten präsentiert. Rund 270 000 Besucher kamen in diesem Jahr in die beiden Häuser K20 und das Ständehaus.

Projekt Museum global