Köln (dpa) - Lebensgroß und ganz aus Müll sind die "Trash People", die den Künstler HA Schult bekannt gemacht haben. Sie standen in Paris, Moskau, Kairo und in der Arktis. Demnächst sind sie vielleicht sogar im neuen James-Bond-Film zu sehen.

Seinen 80. Geburtstag heute (24. Juni) werde er jedenfalls im süditalienischen Sassi di Matera verbringen, "mit der Vorbereitung zum Auftritt meiner 1000 "Trash People" während der Dreharbeiten zu "Bond 25"", kündigte der Aktionskünstler etwas geheimniskrämerisch an. Mehr wollte er dazu noch nicht sagen.

Ein Auftritt bei James Bond wäre typisch für Schult. Ihm geht es um die größtmögliche Publizität. "Ich habe den weltweiten Ruhm und das ist mein Kapital", bilanzierte HA Schult einst über HA Schult. Zumindest an seiner langjährigen Wirkungsstätte Köln ist der Mann mit den blonden Haaren definitiv weltberühmt.

In der Kunstszene rümpfen viele die Nase über ihn: zu kommerziell, zu flach, zu großsprecherisch, heißt es dort. Doch wie immer man zu Schult steht, eines wird man ihm kaum absprechen können: Er war einer der ersten Künstler, die Umweltthemen in den Mittelpunkt stellten. Das ökologische Ungleichgewicht, die Erde als Müllplanet - das beschäftigt ihn bereits seit Jahrzehnten.

Auf sich aufmerksam machte er - nach einem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie - mit skurrilen Aktionen: In einem Münchner Nobelstadtteil kippte er 1969 tonnenweise Altpapier auf die Straße. Nahe Köln zeigte er in einem Museum eine Installation mit Kartoffelbrei und Pommes als "Krieg der Mikroben". In Düsseldorf blockierte er Mitte der 90er Jahre das Rheinufer mit 80 verkeilten Autos - gegen den "Stau-Wahn". Und den Markusplatz in Venedig verwandelte er mit alten Zeitungen in eine Müllhalde. Auch für die Zukunft ist ihm noch einiges zuzutrauen - vielleicht sogar eine Verfolgungsjagd mit 007.

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