Angebote zum Tag der Epilepsie am 5. Oktober in Magdeburg

Ärzte am Telefon, Vortrag und Tag der offenen Tür

Magdeburg (rgm). Am 5. Oktober findet der Tag der Epilepsie 2011 statt. Der von der deutschen Epilepsievereinigung ausgerufene Aktionstag soll auf die besondere medizinische und soziale Situation von Menschen, die an Epilepsie erkrankt sind, aufmerksam machen. Dieses Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto "Epilepsie im Arbeitsleben: Was tun?".

In diesem Zusammenhang bemüht sich die Gemeinschaftsinitiative Epilepsie - eine Kooperation der in Sachsen-Anhalt spezialisierten Krankenhäuser, nervenärztlichen Niederlassungen, Rententrägern, Krankenversicherungen, Selbsthilfeorganisa- tionen und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales - eine in Sachsen-Anhalt dringend benötigte Sozialberatungsstelle zu etablieren. Ziel dieses Tages soll es auch sein, über die Erkrankung zu informieren und Vorurteile abzubauen.

In der Zeit von 16bis 16.45 Uhr werden am 5. Oktober Ärzte des Universitätsklinikums Magdeburg telefonisch Fragen zur Epilepsie beantworten. Dr. Julia Matzen, Wenjie Li und Dr. Friedhelm C. Schmitt, Leiter der Epileptologie für die Erwachsenen, sind unter den Telefonnummern (0391) 6715001, 6714088 und6715050 erreichbar.

Fragen von Eltern, deren Kinder an Epilepsie erkrankt sind, beantwortet der Direktor der Unikinderklinik Magdeburg, Prof. Gerhard Jorch, unter Telefon (0391) 6724000.

Am selben Tag beginnt um 17 Uhr im Hörsaal der Kinderklinik (Haus 10) auf dem Gelände des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44,eine gemeinsame Veranstaltung der Klinik für Neurologie und des Vereins für Epilepsiekranke und deren Angehörige. Anhand von Spiel- und Fernsehfilmen wird Dr. Friedhelm C. Schmitt in seinem Vortrag darauf eingehen, wie Menschen mit Epilepsieerkrankung in diesem Medium dargestellt werden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, das Video-EEG-Monitoring in der Universitätsklinik für Neurologie zu besichtigen.

Anlässlich des Tages der Epilepsie am 5. Oktober veranstaltet traditionsgemäß der Verein für Epilepsiekranke und deren Angehörige einen "Tag der offenen Tür" von 10 bis 16 Uhr in derKontakt- und Beratungsstelle in Magdeburg, Scharnhorstring 18.

Epilepsie ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Neurologie. Die Häufigkeit dieser Erkrankung liegt bei zirka0,7 Prozent der Bevölkerung (zum Vergleich: Schlaganfall zirka 1 Prozent, Multiple Sklerose zirka 0,09 Prozent). Allein in Sachsen-Anhalt sind somit rund 16800 Menschen betroffen.

Epilepsie ist eine Erkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass epileptische Anfälle aufgrund einer krankhaften Angleichung (sogenannte Synchronierung) von Nervenzell-Entladung im Gehirn auftreten. Man kann dies vergleichen mit einem "Gewitter" im Gehirn. Diese Anfälle entstehen plötzlich, meist ohne Vorwarnung und dauern in der Regel weniger als fünf Minuten an. Sie führen zu unterschiedlichsten Ausprägungen beim Patienten, die seine Wahrnehmung, seine Bewegungen oder seine geistigen Fähigkeiten vorübergehend beeinflussen. Diese Veränderungen können sich von Patient zu Patient sehr unterscheiden. Meist sind aber motorische Entäußerungen (Bewegungen) Teil des "Kernsymptoms", also das herausstellende Merkmal des Anfalls.