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Teurer Sprit an der Tankstelle Wann rechnet sich der Umweg zur günstigeren Tankstelle?

Preis-Apps, Uhrzeiten und der Taschenrechner: Wer beim Tanken sparen will, muss zuweilen viel beachten. Wann lohnt sich welcher Umweg zur Tanke überhaupt noch – und wann wird’s ein Minusgeschäft?

Von Peter Löschinger, dpa 04.03.2026, 11:43
Bei den aktuell steigenden Spritpreisen geht für viele Menschen die Suche nach der günstigsten Tankstelle los.
Bei den aktuell steigenden Spritpreisen geht für viele Menschen die Suche nach der günstigsten Tankstelle los. Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn

München - Der Krieg im Nahen Osten macht sich an den heimischen Zapfsäulen stark bemerkbar. Zu befürchten ist, dass die Kraftstoffpreise zunächst noch weiter steigen. Sprit sparen ist angesagt.

Auch die Suche nach der aktuell billigsten Tankstelle im Umkreis kann sparen helfen. Dafür gibt es Preisvergleich-Apps von Verkehrsclubs wie etwa „ADAC Drive“ oder „ACE-App“ oder die anderer Anbieter wie etwa „Clever Tanken“, „mehr-tanken“ oder „PACE Drive“. 

Auch die Uhrzeit, wann man zum Zapfrüssel greift, spielt normalerweise eine große Rolle. „Allerdings ist da aktuell sehr viel Dynamik drin“, sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Sprich, in der aktuellen Situation kann es durchaus passieren, dass die Preise zu Tageszeiten steigen, in denen sie sonst eher sinken und auf niedrigem Niveau liegen. 

Je mehr sich die Versorgungslage und das Preisniveau wieder festigen, desto mehr kann die ADAC-Faustregel gelten, wonach Tanken abends zwischen 19.00 und 20.00 Uhr am günstigsten ist. Normalerweise werden die höchsten Spritpreise meist morgens zwischen 7.00 und 8.00 Uhr fällig.

Also, den günstigsten Sprit findet man aktuell am ehesten mit einer App oder einer entsprechenden Online-Suche - doch nicht jeder Umweg lohnt sich.

So, nun wird der Taschenrechner gezückt

Denn was kostet dieser Umweg eigentlich? Dazu gibt es eine rechnerische Faustformel: Angenommen die teure Tankstelle nimmt für den Liter Sprit 2,00 Euro, die billige 1,80 Euro, rechnet der Tüv Süd beispielhaft vor. Tankt man 50 Liter, sind das bei den 20 Cent Differenz pro Liter 10 Euro Ersparnis.

Wie viel möglicher Umweg lohnt sich also bei den angenommenen 10 Euro Ersparnis? Eine Rechnung: Ein Auto mit 8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer benötigt pro Kilometer Wegstrecke 0,08 Liter. Mit dem günstigen Sprit kalkuliert kostet dieser Kilometer dann 0,144 Euro.

10 Kilometer Umweg zur nächsten Tankstelle würden dann 1,44 Euro reine Spritkosten bedeuten, die Ersparnis läge dann noch bei 8,56 Euro.
30 Kilometer Umweg (4,32 Euro Spritkosten) ließen dann noch eine Ersparnis von 5,68 Euro übrig. Ab 69,4 Kilometern wäre der Preisunterschied durch den Umweg dann komplett neutralisiert.

Die Rechnung hat noch weitere Bestandteile

Aber Achtung: Das ist eine rein rechnerische Faustformel. Dinge wie etwa teurerer Sprit, der beim Start noch im Tank steckte, Verschleiß oder Wertverlust und so weiter sind nicht berücksichtigt. Auch nicht eingerechnet sind der Zeitaufwand, das erhöhte Wegstreckenrisiko oder der zusätzliche CO2-Ausstoß, so der Tüv Süd.

Da bleibt die Faustformel: Ein kurzer Umweg kann sich lohnen, ein weiterer nur bei sehr hohen Preisunterschieden. Ein kleiner Umweg, der sich meistens lohnt, ist das Abfahren von der Autobahn zum Tanken. Denn wie der ADAC erst wieder im letzten Sommer in einer Stichprobe ermittelt hat, verlangen Tankstellen auf der Autobahn „deutlich höhere Preise“ als jene abseits davon. 

Wie viel Sprit darf ich eigentlich mitnehmen?

Wer eine Tankstelle mit Preisvorteil entdeckt, macht vielleicht nicht nur den Tank voll, sondern füllt auch noch einen Reservekanister – oder gleich mehrere. 

Eigentlich soll ein Reservekanister jedoch nur die Weiterfahrt bis zur nächsten Tankstelle sichern. Der ADAC etwa rät, aus Sicherheitsgründen nicht mehr als 10 Liter Kraftstoff im Kanister mitzunehmen. Und auch nur dann, wenn der Kanister im Kofferraum und dort mit Spanngurten gesichert untergebracht werden kann.

Rein rechtlich darf man allerdings in Deutschland in Privatfahrzeugen pro Kanister maximal 60 Liter transportieren. Insgesamt sind so bis zu 240 Liter zulässig – allerdings nur für den privaten Gebrauch und in zugelassenen Kanistern. So müssen die Kanister demnach über eine UN- oder Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) verfügen.

Im Ausland gelten andere Regeln - und was ist mit der Steuer?

Im Ausland können die erlaubten Mengen deutlich abweichen – oder die Mitnahme eines Reservekanisters ganz verboten sein. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, muss mit Bußgeldern rechnen. Das ist vor allem wichtig zu wissen beim grenznahen Tankverkehr. Auf Fähren gelten häufig zusätzliche Sonderbestimmungen.

Nicht vergessen: im Ausland kann man den Tank des Autos volltanken und damit zurück nach Deutschland fahren. Das ist abgabenfrei.

Reservekraftstoff in Kanistern (über 10 Liter) muss bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten verzollt werden - und zwar unaufgefordert, so Alexander Römer vom ADAC. „Dafür wendet man sich an die nächstgelegene Zollstelle - oft direkt an größeren Grenzübergängen oder in der Nähe der Grenze.“

Zwar gibt es innerhalb der EU für Kraftstoff keine Zollgrenzen. Aber: Wer mehr als 20 Liter nach Deutschland in Kanistern einführt, muss Mineralölsteuer entrichten. Größere Mengen müssen beim zuständigen Hauptzollamt angemeldet und die Energiesteuer muss entrichtet werden, so Römer. Das jeweils zuständige Hauptzollamt lasse sich über die Dienststellensuche des Zolls finden. 

Die „private Tankstelle“ zu Hause - lieber nicht

Zu Hause lagern darf man Kraftstoff auch nur in bestimmten Mengen. Je nach Bundesland sind unterschiedliche Vorschriften zu beachten. In Bayern und Baden-Württemberg etwa ist es dem ADAC zufolge erlaubt, 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin in der Garage in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern zu lagern.