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Winterreifen: Wann wird gewechselt und was ist bei Kauf und Nutzung zu beachten?

Von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen gefahren werden. Ist nun also die Zeit gekommen, sich von den Sommerreifen zu verabschieden? Und was gilt es rund ums Thema Winterreifen außerdem zu wissen?

Von Linda May van Bui 04.10.2021 • Aktualisiert: 05.10.2021, 15:00
Von Oktober bis Ostern auf Winterreifen: An dieser Faustregel kann sich grob orientiert werden, um die Winterreifen aufziehen zu lassen. Foto: Patrick Pleul/
Von Oktober bis Ostern auf Winterreifen: An dieser Faustregel kann sich grob orientiert werden, um die Winterreifen aufziehen zu lassen. Foto: Patrick Pleul/ dpa/ Symbol

Magdeburg/DUR - Der Herbst ist da. Die kalten und nassen Tage halten Einzug. Höchste Zeit die Winterreifen aufzuziehen? Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt gibt Auskunft, wann die Sommerreifen runter sollten und was beim Wechsel zu beachten ist. 

Dann sollten Sie die Winterreifen aufziehen

Bereits bei Temperaturen unter sechs Grad bieten Winter- bzw. Ganzjahresreifen deutlich mehr Sicherheit als Sommerreifen. Sobald die Witterungsverhältnisse also schlechter werden und erste Nachtfröste anstehen, ist es Zeit für den Reifenwechsel.

Davon abgesehen besteht ohnehin eine gesetzliche Pflicht zur Winterbereifung – schon bei Reifglätte. Hält man sich nicht daran, drohen Bußgelder in Höhe von 60 Euro bis 80 Euro und Punkte in Flensburg - im Falle eines Unfalls sogar der Verlust des Versicherungsschutzes.

Welche Anforderungen müssen Winterrreifen erfüllen?

Winterreifen sollten nicht älter als sechs Jahre alt sein und ausreichend Profil haben. Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter, doch der ADAC empfiehlt mindestens 4 Millimeter. Ein Tipp zum Prüfen der Profiltiefe: der goldene Rand der 1-Euro-Münze ist exakt drei Millimeter breit, er sollte also nicht mehr sichtbar sein.

Aktuelle Winterreifen erkennt man übrigens am Alpine-Symbol, einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke, welches sich auf dem Reifen befinden sollte. Zusätzlich gelten bis zum 30. September 2024 Reifen mit M+S Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind. Die Abkürzung M+S steht für Matsch und Schnee.

Winterreifen können im Zweifelsfall zwischen Leben und Tod entscheiden

Sommerreifen benötigen auf glatter Fahrbahn häufig einen doppelt so langen Bremsweg wie Winterreifen. Wertvolle Meter, die unter Umständen über Leben und Tod entscheiden können. Auch Ganzjahresreifen sind immer ein Kompromiss, beispielsweise für Stadt- oder Wenigfahrer, denn sie benötigen im Durchschnitt etwa eine Fahrzeuglänge mehr zum Anhalten als gute Winterreifen.

Auch der Unterschied zwischen abgefahrenen und neuen Winterreifen ist laut ADAC deutlich. Ein Reifen mit 2 Millimeter Profil kann einen doppelt so langen Bremsweg benötigen wie ein neuer, der in der Regel 8 bis 9 Millimeter Profiltiefe besitzt.

So unterschiedlich können Bremswege ausfallen.
So unterschiedlich können Bremswege ausfallen.
Grafik: ADAC

Was ist, wenn ich mit Sommerreifen im Winter einen Unfall habe?

Sollte es zu einem Unfall mit Sommerreifen im Winter kommen, können wegen grober Fahrlässigkeit Leistungen in der Kaskoversicherung gekürzt werden, so der ADAC. Auch mit der Haftpflichtversicherung kann es Probleme geben, weil es passieren kann, dass sich der Fahrer - je nach Einzelfall - ein Mitverschulden anrechnen lassen muss.

Gibt es Ausnahmen von der Winterreifenpflicht?

Die Winterreifenpflicht gilt unter anderem für folgende Fahrzeuge nicht:

  • einspurige Kraftfahrzeuge (zum Beispiel Motorräder)
  • Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft
  • motorisierte Krankenfahrstühle

Welche Winterreifen sich auf nassen und eisigen Straßen besonders gut bewährt haben, hat der ADAC im Winterreifentest zusammengefasst.