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Stiftung WarentestEnge Kiste: In Kinderwagen fährt der Nachwuchs oft unbequem

Sie sollten sich zum Chauffieren vom Baby bis zum Kleinkind eignen - erst in einer Wanne, dann im Sitz. Doch die meisten Kombi-Kinderwagen schneiden bei Stiftung Warentest nicht gut ab.

Von dpa Aktualisiert: 05.12.2023, 13:48
Oft fehlt den Kombikinderwagen die Möglichkeit, die Rückenlehne umzuklappen.
Oft fehlt den Kombikinderwagen die Möglichkeit, die Rückenlehne umzuklappen. Christin Klose/dpa-tmn

Berlin - Geht es um Babys erste Karre werben Hersteller gern mit spektakulären Botschaften, etwa „Luxuscabrio“ oder „gediegenes Schlafzimmer auf Rädern“. Doch die Realität sieht anders aus: Schon nach wenigen Monaten sind die Wannen zu eng oder zu kurz und die Kleinen hängen dann zu früh regelrecht krumm und schief im Sitz, so das Urteil in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 08/2023).

Die günstigsten Wagen sind im Test die besten

Im Kinderwagen-Test wurden sieben Kombis für ein Kind unter die Lupe genommen sowie sechs Geschwister- und Zwillingswagen. Bei den Einzel-Wagen fährt der Nachwuchs am besten im Kinderkraft Nea 2 in 1 für 600 Euro und im Moon Gio Edition+ für 900 Euro. Sie schneiden mit „gut“ ab.

Fünf teurere Kombis (1050 bis 1450 Euro) kommen nicht über „befriedigend“ und „ausreichend“ hinaus.

Die Gründe:

- Platzmangel

- zu kurze Fußstützen

- keine umklappbare Rückenlehne für rückenschonendes Schlafen

- fehlende Möglichkeit, die Beine zu beugen

- fehlende Reflektoren

- Schadstoffe in Matratzenbezügen

Merkwürdige Doppeldeckermodelle für zwei Kinder

Bei den Modellen für zwei Kinder (1270 bis 1900 Euro) ist keiner gut, so die Tester. Entweder sie sind für Fahrstühle, Züge oder Supermarktkassen zu breit oder sie stapeln die Kleinen in merkwürdige Doppeldecker-Konstruktionen übereinander. Dann sind sie zwar schmaler, aber die Kinder in der unteren Etage können teils weder die Eltern noch die Umwelt sehen, weil die obere Etage die Sicht verdeckt. So gab es nur zweimal „befriedigend“, viermal „ausreichend“.

Tipp der Warentester: Angesichts der üppigen Kosten und begrenzten Zeit zusammen im Wagen, sollten Eltern einen Duowagen lieber zu mieten statt ihn teuer zu kaufen. Halbjahresabos gäbe es bei Anbietern gebraucht bereits ab 50 Euro.

Da alle Wagen im Test eine sehr gute Haltbarkeit hatten, sei es eine nachhaltige Option, sich Kinderwagen zu leihen oder nach verkauften oder verschenkten Modellen Ausschau zu halten.