aufwachsen im Osten Nur echte Ossis kennen sie alle! Diese Helden machten die DDR-Kindheit aus
Sie prägten die Abende ganzer Generationen. Jeden Tag zur gleichen Zeit flimmerten sie über die Bildschirme und wurden zu Kindheitshelden der DDR. Welche Figuren das waren und was aus ihnen bis heute geworden ist.

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR. – Für viele Kinder in der DDR waren sie feste Begleiter. Sie erschienen regelmäßig im Fernsehen, oft jeden Abend zur gleichen Zeit, und gehörten für viele Familien zum Einschlafen dazu. Mit ruhigen Stimmen, kleinen Abenteuern oder kurzen Märchen wurden sie zu Kindheitshelden.
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Diese Figuren spendeten Trost, brachten Kinder zum Lachen und gaben Orientierung im Alltag. Sie lebten in Märchenwelten, im Kinderfernsehen oder in kurzen Geschichten. Auch nach dem Ende der DDR sind sie nicht verschwunden. Viele von ihnen gibt es bis heute.
1. Sandmännchen
Einer der bekanntesten DDR-Helden ist das Sandmännchen. Es startete bereits im Jahr 1959 im DDR-Fernsehen. Jeden Abend kam es zur gleichen Zeit und gab den Kindern Sicherheit und Struktur.
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Das Sandmännchen reiste mit verschiedenen Fahrzeugen an, zum Beispiel mit Raketen, Autos oder Flugzeugen. Danach zeigte es einen kurzen Film oder eine kleine Geschichte. Am Ende streute es Traumsand. Dann wusste jedes Kind: Es ist Schlafenszeit.

Nach der Wiedervereinigung setzte sich das ostdeutsche Sandmännchen durch. Die westdeutsche Version wurde Anfang der 1990er Jahre eingestellt.
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Das Sandmännchen aus dem Osten blieb auf Sendung, wird bis heute ausgestrahlt und gilt mit mehr als 22.000 Episoden als die am längsten laufende Fernsehserie der Welt.
2. Pittiplatsch
Pittiplatsch, meist nur „Pitti“ genannt, war ein kleiner Kobold mit schwarzem Fell und einer unverwechselbaren Stimme. Er hatte seinen ersten Auftritt im Jahr 1962 im Abendgruß des DDR-Sandmännchens.
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Pittiplatsch war frech, neugierig und sagte oft Dinge, die eigentlich verboten waren. Er ärgerte andere, war laut und widersprach Erwachsenen. Genau das machte ihn für Kinder so besonders, denn er sprach aus, was viele dachten, sich aber nicht zu sagen trauten.

In seinen Geschichten lernte Pittiplatsch jedoch immer wieder, dass Handlungen Folgen haben. Er machte Fehler, musste sich entschuldigen und Verantwortung übernehmen. So verband die Figur Spaß mit klaren Regeln.
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Pittiplatsch gibt es bis heute. Er taucht in neuen Fernsehfolgen, Hörspielen, Büchern und auf der Bühne auf. Viele Erwachsene verbinden mit ihm starke Erinnerungen an ihre eigene Kindheit.
3. Schnatterinchen
Schnatterinchen war die beste Freundin von Pittiplatsch und trat ebenfalls im Rahmen des Sandmännchens auf. Das gelbe Entchen erschien Anfang der 1960er Jahre auf den ostdeutschen Bildschirmen und bildete von Beginn an einen ruhigen Gegenpol zu dem frechen Kobold. Schnatterinchen sprach bedacht, hörte zu und dachte nach, bevor sie handelte.
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Während Pittiplatsch oft ungestüm war und andere ärgerte, versuchte Schnatterinchen zu verstehen und zu erklären. Sie vermittelte bei Streit, tröstete und erinnerte daran, fair zu bleiben. Damit zeigte sie Kindern, wie wichtig Rücksicht und Geduld im Umgang miteinander sind.
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Bis heute steht Schnatterinchen für Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Ruhe. Sie ist weiterhin Teil der Sandmännchen-Welt und tritt gemeinsam mit Pittiplatsch in neuen Fernsehproduktionen, auf Tonträgern und bei Veranstaltungen auf.
4. Moppi
Moppi war ein kleiner brauner Hund und treuer Freund von Pittiplatsch. Er war ehrlich, zuverlässig und manchmal ein wenig ängstlich. Gerade das machte ihn für viele Kinder besonders nahbar. Moppi zeigte, dass man nicht immer mutig sein muss, um ein guter Freund zu sein.

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Auch Moppi ist bis heute bekannt und erscheint weiterhin gemeinsam mit Pittiplatsch und Schnatterinchen in neuen Geschichten.
5. Herr Fuchs und Frau Elster
Herr Fuchs und Frau Elster lebten im Wald und bildeten ein sehr unterschiedliches Paar. Herr Fuchs war klug, ordentlich und manchmal streng. Frau Elster war neugierig, redselig und oft besserwisserisch. In ihren Geschichten ging es um kleine Konflikte, Missverständnisse und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft.

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Kinder lernten dabei viel über Regeln, Rücksicht und Fairness. Die Figuren sind bis heute Teil der Sandmännchen-Welt, alte Folgen werden weiterhin gezeigt.
6. Meister Nadelöhr
Meister Nadelöhr war eine Figur aus dem Märchenprogramm des DDR-Fernsehens, gespielt von Eckart Friedrichson. Er trat in der Sendung "Meister Nadelöhr erzählt" als Schneider auf. Die Geschichten spielten meist in einer märchenhaften Welt.
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In den einzelnen Folgen geriet Meister Nadelöhr in verschiedene Situationen, in denen es um Ungerechtigkeit, Streit oder schwierige Entscheidungen ging. Die Handlung entwickelte sich dabei ruhig: durch Gespräche, Nachdenken und einfache, praktische Lösungen.
Die Sendung lief von 1955 bis 1975 im Fernsehen. Neue Folgen werden heute nicht mehr produziert. Viele der damaligen Geschichten sind jedoch erhalten geblieben und werden gelegentlich im Fernsehen oder in Mediatheken gezeigt.
7. Frau Puppendoktor Pille
Auch Frau Puppendoktor Pille gehört zu den bekanntesten Kinderfiguren aus dem DDR‑Fernsehen. Ihre kleine Sprechstunde lief von 1959 bis 1988 einmal pro Woche im Abendgruß des Sandmännchens.
In jeder Folge erklärte die freundliche Puppenärztin den Kindern mit einfachen Worten, wie man gesund bleibt, was bei Erkältungen hilft oder warum man gut essen, sich bewegen und aufeinander Rücksicht nehmen sollte. Außerdem gab sie Tipps für den Alltag: zum Beispiel, wie man geduldig bleibt, ordentlich spielt oder erneut Mut fasst.
Nach der Wiedervereinigung wurde die Sendung nicht weitergeführt, anders als das Sandmännchen oder Pittiplatsch.