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fest der liebendenMit Video: Warum feiern wir den Valentinstag? Alles Wissenswerte zum Tag der Liebe

Kein anderer kommerzieller "Feiertag" ist so umstritten wie der Valentinstag am 14. Februar. Aber warum feiern wir ihn überhaupt? Wie der Brauch entstand und warum man lieber Tulpen statt Rosen zum Valentinstag verschenken sollte.

Von DUR/rw Aktualisiert: 14.02.2024, 09:39
Rund die Hälfte der Deutschen verschenkt etwas zum Valentinstag am 14. Februar.
Rund die Hälfte der Deutschen verschenkt etwas zum Valentinstag am 14. Februar. Foto:Imago/Westend61

Halle (Saale). - Kein anderer kommerzieller "Feiertag" ist so umstritten wie der Valentinstag am 14. Februar. Die einen bezeichnen ihn als heteronormativen, kapitalistischen Kitsch. Andere lehnen ihn ab, weil er Singles suggeriere, dass ihnen etwas fehle. Wieder andere sagen, sie bräuchten keinen besonderen Tag, um ihre Liebe zu zeigen.

 
Der 14. Februar gilt als Tag der Verliebten. Woher der Brauch kommt und was er mit Valentin zu tun hat.(Video: Jonas Schweer und Matthias Pabst)

Es gibt aber natürlich auch viele Menschen, die sich jedes Jahr auf den Valentinstag freuen und ihn von ganzem Herzen zelebrieren. Sie schenken ihrem Lieblingsmenschen an diesem Tag besonders viel Zuneigung - etwa in Form von Blumen, Pralinen, Gebäck in Herzchenform oder liebevollen Worten.

Welchen Ursprung hat der Valentinstag?

Wie der Brauch entstanden ist, einem geliebten Menschen am Valentinstag etwas zu schenken, lässt sich nicht sicher sagen. Fest steht aber: Der Valentinstag wurde nicht von Blumenhändlern erfunden. Dieses Gerücht ist Quatsch!

Namensgeber für den Valentinstag scheint wohl der heilige Valentin aus Rom zu sein. Er lebte im 4. Jahrhundert und habe Liebespaare christlich getraut, obwohl der römische Kaiser das verboten hatte, schreibt die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM).

Valentin soll den Paaren auch Blumen aus seinem Garten übergeben haben - daher der Brauch, sich am Valentinstag Blumen zu schenken. An einem 14. Februar soll Valentin hingerichtet worden sein, da er nicht von seinem christlichen Glauben abzubringen war, wie es auf der Webseite der EKM heißt.

Wann kam der Valentinstag nach Deutschland?

Ob die Überlieferungen stimmen, lässt sich wohl nie herausfinden. In der katholischen Kirche war der Valentinstag lange ein Gedenktag, 1969 wurde der Tag jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen, weil die Person des Valentins historisch nicht belegt werden kann.

Der Valentinstag wurde seit dem späten 14. Jahrhundert zunächst in Frankreich und England gefeiert. Nach Deutschland kam der Valentinstag erst in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Englische Auswanderer hatten den Valentinsbrauch mit in die USA genommen – von da brachten US-Soldaten ihn nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland. Der Valentinstag setzte sich hierzulande aber nur langsam durch.

Umfrage: Wie wichtig ist den Deutschen der Valentinstag?

Laut einer Umfrage des Statistikportals Statista von 2023 verschenkt rund die Hälfte der Deutschen etwas zum Valentinstag: Von 1.000 Befragten gaben 19,5 Prozent an, dass sie ihrem Partner oder ihrer Partnerin am 14. Februar Blumen schenken wollen. Knapp zehn Prozent verschenken gemeinsame Aktivitäten, rund neun Prozent kaufen Geschenke für mehr als 50 Euro.

Aus einer Statista-Umfrage von 2020 geht hervor, dass den meisten Deutschen der Valentinstag nicht wichtig ist. Zwei Drittel der Frauen und drei Viertel der Männer gaben dies an.

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Lieber Tulpen statt Rosen zum Valentintstag

Rote Rosen stehen wie keine andere Blume für die Liebe. Doch wer einen Blumenstrauß verschenken möchte, dem empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Tulpen statt Rosen. "Tulpen haben oftmals einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck, weil sie häufiger in Europa wachsen und nicht so weit transportiert werden", sagt Corinna Hölzel, Pestizidexpertin des BUND.

Mehr als eine Milliarde Rosen werden laut BUND jährlich nach Deutschland importiert. "Ein Großteil davon aus dem globalen Süden, etwa aus Kenia" sagt Hölzel. Neben den langen Transportwegen und dem damit verbundenen hohen CO2-Emissionen kritisiert Hölzel auch den Einsatz gefährlicher Pestizide auf den Plantagen.

Bio-Blumen im Topf als Valentinstagsgeschenk

Es würden Wirkstoffe eingesetzt, die in der EU bereits verboten seien. "Diese Gifte schaden sowohl der Umwelt als auch der Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen", sagt die Pestizidexpertin.

Ökologisch besser als Blumensträuße sind laut BUND Bio-Blumen im Topf. "Und da blühen auch zum Valentinstag schon einige, zum Beispiel Ranunkeln oder eben Tulpen, auch Hyazinthen oder Primeln", sagt Hölzel. Alernativ könne man auch blühende Zweige verschenken, "etwa von der Forsythia oder von einem Obstbaum, die man in die Vase stellt".

Rosen-Import nach Sachsen-Anhalt

Im Februar 2023 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes mehr als vier Millionen Rosen als Schnittblumen nach Sachsen-Anhalt importiert. Die Rosen hatten einen Wert von 1.214.000 Euro.

Im März 2023 war die Zahl der importierten Rosen mit mehr als fünf Millionen Stück zwar noch höher, allerdings lag der Importwert mit 1.188.000 Euro unter dem von Februar. Der Grund dafür ist, dass Rosen rund um den Valentinstag besonders teuer sind - sowohl im Einkauf als auch später im Blumenladen.

Heiraten am Valentinstag in Sachsen-Anhalt

Der Valentinstag zählt in Sachsen-Anhalt meist zu den beliebtesten Hochzeitsterminen im Februar. In den vergangenen drei Jahren allerdings haben Schnapszahlen den Valentinstag deutlich geschlagen.

Im Februar 2023 heirateten nach Angaben des Statistischen Landesamtes 281 Paare. Davon gaben sich zwölf Paare am Valentinstag das Ja-Wort. Am 23. Februar (23.2.2023) hingegen fanden 39 Hochzeiten statt, am 3. Februar 35 (3.2.2023). Im Vergleich zu Februar 2022 heirateten im Februar 2023 44 Prozent weniger Paare.

Im Jahr 2014 heirateten in Sachsen-Anhalt hingegen 122 Paare am Valentinstag (14.02.2014) - das waren ein Drittel aller Eheschließungen im Februar 2014.

Sachsen-Anhalt: Veranstaltungen am Valentinstag

  • Naumburg: Sonderführung durch den Naumburger Dom unter dem Motto „Liebesgeflüster zum Valentinstag“ (16 Uhr)
  • Naumburg: Segnungsgottesdienst zum Valentinstag in der Marien-Magdalenen-Kirche (18 Uhr)
  • Oebisfelde-Weferlingen: Gottesdienst mit Kaffeetafel in der Dorfkirche Siestedt (14 Uhr)
  • Ilsenburg: Segnungsgottesdienst zum Valentinstag in der Klosterkirche St. Vitus zu Drübeck (18.30 Uhr)

Valentinstag in anderen Ländern

Während sich Verliebte in Deutschland zum Valentinstag Blumen, Pralinen oder andere Kleinigkeiten schenken, feiert man den Valentinstag in einigen Ländern zum Teil ganz anders.

Japan

"In Japan werden am 14. Februar nur die Männer von den Frauen beschenkt", sagt Alex Tesch, Vizepräsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt, auf Anfrage. Geschenke wie Blumen oder Schmuck kämen allerdings nicht infrage, sagt Tesch. Vielmehr würden Süßigkeiten verschenkt, oftmals auch selbstgemachte.

Tesch zufolge beschenken Japanerinnen am Valentinstag aber nicht nur ihren Liebespartner, sondern auch Arbeitskollegen oder platonische Freunde.

Einen Monat später dann, am 14. März, schenkten die Männer den Frauen etwas zurück - und zwar weiße Schokolade. Daher werde der Tag auch "White Day" genannt, sagt Tesch: "Es wird oftmals erwartet, mehr zurückzuschenken, als man selbst am Valentinstag erhalten hat."

Südkorea

In Südkorea wird nicht nur der Valentinstag und der sogenannte "White Day" gefeiert, sondern auch der "Black Day". Wer am 14. Februar oder am 14. März kein Geschenk bekommen hat, trifft sich am 14. April mit anderen Singles und isst das koreanische Nudelgericht Jajangmyeon. Weil die Sojabohnen-Soße schwarz ist, wird der Tag "Black Day" genannt.

China

Das chinenische Pendant zum Valentinstag ist das Fest Qixi. Es findet immer am siebten Tag des siebten Monats im Mondkalender statt - in diesem Jahr am 10. August. Das Qixi-Fest geht auf eine herzzerreißende Volkssage zurück.

"Der Legende nach verliebt sich die jüngste Tochter des Himmelskaisers in einen Kuhhirten. Die Tochter, eine geschickte Weberin, wird daraufhin von ihrem Vater bestraft und darf den Hirten nur am siebten Tag des siebten Monats sehen", teilt Mo Wang von der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Saar auf Anfrage mit. "Das Qixi-Fest verbringen Liebende in China gemeinsam und hoffen, dass ihrer Liebe nicht so eine Tragödie widerfährt."

Dänemark

Ebenso wie in Deutschland verschenkt man in Dänemark vor allem Blumen, Pralinen oder Gebäck zum Valentinstag. Die klassische Valentinstagsblume ist in Dänemark jedoch nicht die Rose, sondern das Schneeglöckchen. Eine weitere Besonderheit: In Dänemark werden Valentinstagsgeschenke häufig anonym überreicht. Der Empfänger muss dann erraten, wer ihn beschenkt hat.

Finnland

In Finnland wird der Valentinstag nicht als Tag der Liebenden gefeiert, sondern als Tag der Freundschaft. Freundinnen und Freunde sagen sich an diesem Tag, wie gern sie sich haben und wie sehr sie die Freundschaft schätzen. "Sie schicken sich zum Beispiel nette Sprüche, Postkarten oder Grüße", sagt Tarja Prüss von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Baden-Württemberg. Der Valentinstag in Finnland sei kein "großer Umsatztag für Floristen".

Frankreich

Der Valentinstag, "Le jour de la Saint-Valentin", wird in Frankreich ähnlich gefeiert wie in Deutschland. "In Frankreich gehen viele Paare am Valentinstag essen", erzählt die Französin Marie-Pierre Liebenberg am Telefon. Sie ist die Präsidentin der
Deutsch-Französischen Gesellschaft Leipzig und lebt seit knapp 20 Jahren in Deutschland.

Auch selbstgemachte Geschenke seien zum Valentinstag üblich. "Viele backen Kekse oder stellen Pralinen selbst her", sagt Marie-Pierre Liebenberg. Der Valentinstag werde aber nicht von allen Französinnen und Franzosen gefeiert.

Portugal

Herzförmige Pralinenschachteln gehören in Portugal ebenso zum Valentinstag wie rote Rosensträuße und liebevolle Postkarten. Gefeiert werde der Valentinstag in Portugal aber erst dem EU-Beitritt von 1986, teilt die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft auf Anfrage mit.

Eine klassische Lissabonner Tradition, die Liebe zu feiern, seien dem Verein zufolge die "Casamentos de Santo António" - die Hochzeiten von Santo António. Der Heilige Antonius, geboren 1195 im Lissabonner Alfama-Viertel und gestorben am 13. Juni 1231 bei Padua in Italien, ist Schutzpatron der Liebenden und wird in Lissabon verehrt wie kein anderer Heiliger.

Jedes Jahr am 12. und 13. Juni feiern die Lissabonner den Heiligen Antonius - mit Straßenumzügen, Tanz und Musik. Zu seinen Ehren heiraten am 12. Juni zwölf bis 16 Paare in der Kathedrale Sé. Das Besondere: Die Stadt Lissabon zahlt den Brautpaaren die Hochzeit - inklusive Ringe, Kleidung, Blumenschmuck und Festessen.

"Nach der Nelkenrevolution 1974 bis etwa 2004 wurde diese Tradition unterbrochen, seit ein paar Jahren wird sie aber wieder zunehmend gefeiert", sagt die Deutsch-Portugisische Gesellschaft.

Italien

In Italien bringen Paare am Valentinstag oft Liebesschlösser an Brücken an. In das Schloss werden meist die Initialen der Verliebten eingraviert. Anschließend werfen die Verliebten je einen Schlüssel ins Wasser - in der Hoffnung, dass ihre Liebe so lange hält, wie das Schloss am Brückengeländer hängt.