Corona

Deutsche trinken weniger Bier: Sorgenfalten der Brauer am Tag des deutschen Bieres

Geschlossene Restaurants und Bars, abgesagte Veranstaltungen, eingeschränkter Grenzverkehr zeichnen den Bierbraueren in Deutschland zum Tag des deutschen Bieres (23. April) Sorgenfalten ins Gesicht. Denn die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben zu einem Rückgang des Alkoholverbrauchs pro Einwohner in Deutschland im Jahr 2020 geführt.

Von Bernd Kaufholz
Laut Statistischem Bundesamt gab es den stärksten Einbruch beim Bierverbrauch pro Kopf mit einem Minus von 5,4 Prozent auf 86,9 Liter. dpa

Magdeburg. Laut Statistischem Bundesamt gab es den stärksten Einbruch beim Bierverbrauch pro Kopf mit einem Minus von 5,4 Prozent auf 86,9 Liter. Das war der stärkste Rückgang innerhalb der letzten zehn Jahre. Damit konsumierte jeder Einwohner und jede Einwohnerin 2020 im Durchschnitt knapp fünf Liter Bier weniger als im Vorjahr.

In Sachsen-Anhalt sank der Bierverbrauch im Vergleich von Februar 2020 und Februar 2021 von rund 12, 49 Millionen Liter auf rund 10, 85 Millionen Liter. Was einen Rückgang von 13,1 Prozent ausmacht.

Im Vergleich mit den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg allerdings eine moderate Zahl. Denn im Norden Deutschlands brach der Bierabsatz zur selben Zeit um fast 51 Prozent ein. Was in absoluten Zahlen einen Rückgang von rund 21,8 Millionen Litern auf rund 10,73 Millionen Liter bedeutet.

Deutschlandweit rutschte der Bierverbrauch von rund 528,9 Millionen Liter auf 422,2 Millionen Liter - ein Rückgang von 30,2 Prozent.

In den 2010er Jahren mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Bier jedes Jahr tiefer in die Tasche greifen. 2020 sanken die Preise für Bier gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent. Der Jahresdurchschnittspreis für 0,5 l Pils, Lager, Schwarzbier oder anderes untergäriges Bier lag 2020 bei 0,67 EUR. Weizenbier, Altbier oder

Ähnliches waren 0,06 EUR (0,73 EUR) pro 0,5 l teurer.

Wie das Statistische Landesamt in Halle mitteilt gab es laut Angaben des Unternehmensregisters im vergangenen Jahr in Sachsen Anhalt elf Unternehmen mit 254 Beschäftigten, die Bier herstellten. Acht hatten bis zu neun Beschäftigte. Insgesamt erzielten die Unternehmen 2019 einen Umsatz von 71,5 Millionen Euro.

Jüngstes Kind der Brauereifamilie Sachsen-Anhalts ist die Gardelegener Brauereigesellschaft der Brüder Lars und Jens Vogel, die gemeinsam mit ihrem Brauer und Mälzer Steffen Kleine am Montag die ersten Flaschen ihres "Gardelegener Pils" auf den Markt bringen wollen.