Pflaster mit Mehrwert Fehler bei Wirkstoffpflastern vermeiden: 7 praktische Tipps
Arzneimittelhaltige Pflaster geben über längere Zeit ihren Wirkstoff an den Körper ab. Die richtige Anwendung ist entscheidend - denn Fehler können Folgen haben.

Hannover/Bonn - Sie geben zum Beispiel Schmerzmittel, Nikotin oder Hormone gleichmäßig an den Körper ab: Wirkstoffpflaster sind wie Mini-Labore auf der Haut. Damit sie so gut und einfach wirken, wie sie sollen, muss man diese sogenannten transdermalen therapeutischen Systeme (TTS) richtig anbringen. Darauf weist die Apothekerkammer Niedersachsen hin.
Fehler können dazu führen, dass ein Medikament überdosiert wird oder nicht richtig wirkt. Auf folgende Dinge sollten Sie achten, wenn Sie solche Pflaster nutzen:
Die Packung öffnen
Wer die Packung aufschneidet und nicht entlang der Perforation aufreißt, kann das Pflaster beschädigen. Das könnte den Freisetzungsmechanismus zerstören, sodass zu viel oder zu wenig Wirkstoff abgegeben wird. Ebenso wenig darf ein Pflaster zerschnitten werden, weil man die Dosis halbieren will. Verwendet werden dürfen nur intakte Pflaster.
Die passende Stelle finden
Die Haut darf nicht verletzt oder eingecremt sein, auch Körperstellen mit Ekzemen, Allergien, Tattoos oder Narben sind ungeeignet. Stattdessen sollte die Stelle trocken, sauber, unverletzt und möglichst haar- und fettfrei sein. Wenn nötig, vor dem Pflasterkleben mit Wasser waschen und trocken tupfen.
Richtig aufkleben
Gute Stellen für ein Wirkstoffpflaster sind je nach Präparat der Rücken, Oberkörper, ein Oberarm oder die Hüfte. Erst die Schutzfolie abziehen. Dann das Pflaster bis zu 30 Sekunden fest auf den Körper drücken, ohne die Klebefläche zu berühren. Danach die Hände gründlich waschen.
Nur ein einziges Pflaster
Auf keinen Fall sollte man mehrere arzneimittelhaltige Pflaster gleichzeitig auf den Körper kleben. Sonst können die Wirkstoffmengen im Körper unkontrolliert ansteigen.
Keine große Hitze
Duschen und Baden ist mit Pflaster meist erlaubt, aber nur bei niedriger Wassertemperatur. Denn Hitze kann die Wirkstoffaufnahme verstärken. Sauna und Solarium sowie Sonnenbäder sind daher tabu. Auch Wärmflasche oder Heizkissen sollten nicht direkt an die Klebestelle oder in deren Nähe kommen. Genauso kann Fieber über 38,5 Grad die Aufnahme gefährlich steigern.
Wechseldatum notieren
Gewechselt wird je nach ärztlicher Anordnung oder Packungsbeilage beispielsweise nach 24 Stunden, drei Tagen oder einer Woche. Notieren Sie diesen Termin am besten mit Datum und Uhrzeit auf der Verpackung. Erst das alte Pflaster entfernen und für das neue eine andere Stelle aussuchen. Damit man das meist durchsichtige Pflaster schnell am Körper findet, kann auch hier helfen, den Ort zu notieren.
Sachgerecht entsorgen
Falten Sie das benutzte Pflaster nach innen an der Klebefläche aufeinander. Danach gehört es auf keinen Fall in die Toilette oder den Ausguss. Denn die Stoffe können laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nicht vollständig in Kläranlagen herausgefiltert werden, sondern schaden etwa Fischen in Flüssen und Seen.
Geben Sie das Pflaster in den Hausmüll oder in eine spezielle Arzneimittelentsorgung. Diese bieten zum Teil Recyclinghöfe oder Apotheken an. Vor allem, wenn Pflaster starke Schmerzmittel wie das Opioid Fentanyl enthalten, dürfen sie nicht in falsche Hände geraten.