Forschung

Küssen als Antidepressivum - diese ungeahnten Vorteile bringt ein Kuss mit sich

Heute ist es wieder so weit - das Küssen wird auf der ganzen Welt gefeiert. Dabei tauschen wir allerdings weit mehr als nur unseren Speichel. Ein Magdeburger Heilpraktiker für Psychotherapie berichtet, warum man sich viel häufiger küssen sollte.

Von Tobias Hofbauer
Knutscher, Bussi oder Schmatzer sind nur wenige Kosewörter fürs Küssen. Dass die zärtliche Liebesbekundung nicht nur Spaß macht, sondern auch gesund hält, ist weit weniger bekannt.
Knutscher, Bussi oder Schmatzer sind nur wenige Kosewörter fürs Küssen. Dass die zärtliche Liebesbekundung nicht nur Spaß macht, sondern auch gesund hält, ist weit weniger bekannt. Symbolfoto: imago/Westend61

Magdeburg - Wenn zwei Menschen sich Küssen, löst das in ihren Körpern eine gewaltige chemische Reaktion hervor. Puls und Körpertemperatur steigen schnell an, der Stoffwechsel wird angeregt und der Blutdruck sinkt. Das ist jedoch längst nicht alles. Küssen hat noch einige weitere ungeahnte Vorzüge.

Denn: Küsse machen nicht nur Spaß, sondern sind auch noch gesund, wie eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov in Kooperation mit einem digitalen Versicherungsmanager zeigt.

Häufiges Küssen soll US-Forschern zufolge sogar das Leben um bis zu fünf Jahr verlängern. Das liegt ihrer Ansicht nach an dem positiven Gefühl, welches die Menschen mit dem Kuss verbinden.

Küssen als Art der Kommunikation

Laut Therapeut und Berater André Weinreich aus Magdeburg sei das Küssen in erster Linie eine Art der Kommunikation. Ein Kuss könne dabei aus einer spontanen Stimmung heraus geschehen, um einen inneren Druckausgleich und somit Glücksgefühle zu schaffen. Egal ob sinnlich, energisch, zart oder flüchtig: Mit der Art des Kusses verrate ein Kuss viel über den Sender und Empfänger, erklärt er.

Das passiert im Körper

Die Glücksgefühle oder auch der Abbau von Stress würden sich allesamt auf angeregte Hormone im Körper zurückführen lassen, erläutert Weinreich. Weniger Stress im Körper stärke außerdem das Immunsystem und sorge für einen geringeren Blutdruck. Ebenso könne das beim Küssen und Berühren zweier Menschen freigesetzte „Kuschelhormon“ Oxytocin die Bindung intensivieren, erklärt André Weinreich, Heilpraktiker für Psychotherapie.

Küsse seien darüber hinaus weitaus sinnlicher als Sex und könnten sogar bis zu einem erotischen Rauschzustand führen. Das hat einen guten Grund: Denn in den Lippen stecken pro Quadratzentimeter die meisten Sinneszellen des Körpers - das sind mehr als 100 Milliarden

Wirkung von Küssen

Zum Küssen haben bereits Wissenschaftler auf der ganzen Welt geforscht und einige Vorteile herausgefunden und zusammengetragen:

  • Macht schlank: Ein Kuss verbrennt im Schnitt etwa 6,5 Kalorien. Besonders leidenschaftliche Küsse können sogar um bis zu 20 Kalorien erleichtern.
  • Baut Stress ab: Verantwortlich dafür ist das Glückshormons Serotonin, das unsere Stimmung hebt. Die Wirkung ist vergleichbar mit der von Antidepressiva und kann daher helfen Depressionen vorzubeugen.
  • Beugt Karies und Paradontose vor: Der Speichel enthält Kalzium und Phosphor, das vom Zahnschmelz aufgenommen wird und ihn stärkt.
  • Lindert Schmerzen: Der Adrenalinrausch und Dopaminüberschuss hemmt unser Schmerzempfinden.
  • Stärkt Bindung zum Partner: Mit dem beim Küssen ausgeschütteten "Kuschelhormon" Oxytocin fühlt man sich zu seinem Partner hingezogen.
  • Stärkt das Immunsystem: Der Speichel hilft beim Bilden von Antikörpern, indem bis zu 22.000 verschiedene Arten von Bakterien beim Küssen ausgetauscht werden.