Runter und raus Achtung Feuer: Was Sie bei einem Brand besser lassen sollten
Oh Schreck, der Feuermelder geht los - und tatsächlich: Es brennt. Jetzt sollten Sie keine Zeit verlieren. Was im Brandfall sinnvoll ist und warum die Nachbarn zu warnen, manchmal keine gute Idee ist.

Berlin - Wenn es Zuhause brennt, liegen die Nerven blank. Doch viel Zeit sich Gedanken zu machen, was nun zu tun ist, hat man nicht. Denn: Bei Bränden ist in der Regel nicht das Feuer die größte Gefahr, sondern der Rauch. Bereits drei Atemzüge giftigen Brandrauchs können laut Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV), tödlich sein.
Es geht also darum, möglichst schnell weg vom Brand und vom Rauch zu kommen. „Wenn der Rauchmelder warnt, bleiben einem nur 120 Sekunden“, so Schreck. „Wer dann weiß, was zu tun ist, erhöht die Überlebenschancen entscheidend.“
Was also sollte man tun?
- Zunächst einmal: Keine riskanten Löschversuche unternehmen. Wenn Sie die Brandursache noch erkennen können – etwa die Kerze – können Sie den Brand selbst löschen. Allerdings nur, wenn Sie sich damit nicht in Gefahr bringen, warnt das Forum Brandrauchprävention auf seiner Webseite www.rauchmelder-lebensretter.de. Entsteht durch das Feuer zu viel Brandrauch, sollten Sie den Löschversuch demnach sofort stoppen.
- Verschwenden Sie dann auch keine Zeit mehr darauf, Papiere, Laptop oder andere Wertgegenstände zu suchen. Falls Sie es ohnehin griffbereit haben, können Sie fix Ihr Handy einstecken - und eventuell den Wohnungsschlüssel, später für die Feuerwehr, so das Forum.
- Prüfen Sie den Rettungsweg - und zwar bevor Sie nach draußen rennen: Ist der Fluchtweg verraucht, sollte man nämlich nicht hinauslaufen, sondern die Tür schließen, die Feuerwehr unter der 112 anrufen und sich dann am Fenster oder Balkon bemerkbar machen. Wenn möglich, können Sie die Wohnungstür oder Zimmertür mit einem feuchten Tuch abdichten. So kann der Brandrauch laut dem Forum Brandrauchprävention nicht so leicht durch die Türritzen dringen.
- Ist der Fluchtweg frei, schließt man am besten die Zimmer- und die Wohnungstür hinter sich und geht über das Treppenhaus ins Freie. Wichtig: Der Aufzug ist bei einem Brand immer tabu.
- Warnen Sie Personen, die den Alarm nicht mitbekommen haben, also etwa Nachbarn, helfen Sie Kindern und hilfsbedürftigen Menschen und alarmieren Sie die Feuerwehr, sobald Sie in Sicherheit sind.
- Allerdings ist es unter bestimmten Umständen besser, die Nachbarn nicht zu warnen, nämlich wenn das Treppenhaus verraucht ist – und Sie sie nicht telefonisch erreichen können. Dann sollten Sie nicht rausgehen, um Ihre Nachbarn persönlich zu informieren – denn Sie alle sind sicherer in Ihren eigenen Wohnungen, so das Forum Braundrauchprävention. Demzufolge sind Wohnungen in der Regel ohnehin so gebaut, dass sich Feuer nicht ungehindert ausbreiten und auf die Nachbarwohnungen übergreifen kann, bevor die Feuerwehr eingetroffen ist. Warten Sie also auf die Einsatzkräfte und folgen Sie deren Anweisungen.
Runter statt rauf - und bloß nicht eitel sein
Und es gibt noch ein paar Dinge, die man auf jeden Fall lassen sollte, wenn es brennt. Eitel sein etwa. Gehen Sie notfalls im Schlafanzug nach draußen, rät das Forum Brandrauchprävention. Und: Flüchten Sie nicht nach oben. Der Rauch zieht im Treppenhaus nach oben und kann Ihnen den Rückweg abschneiden. Aus oberen Stockwerken ist die Rettung zudem häufig komplizierter.
Auch wenn Sie etwas in Ihren Augen Wichtiges vergessen haben, sollten Sie nie ohne Genehmigung der Einsatzkräfte in Ihre Wohnung zurückkehren. Der Brand könnte sich in der Zwischenzeit weiter ausgebreitet haben. Und das bedeutet unter Umständen: Lebensgefahr.