Berlin (dpa) - Ein kleiner Junge und sein imaginärer Freund - nichts Ungewöhnliches im Leben eines zehnjährigen Kindes. Was aber, wenn der Freund Adolf Hitler heißt?

"Jojo Rabbit" war einer der überraschendsten und ungewöhnlichsten Filme des letzten Jahres. Der neuseeländische Regisseur Taika Waititi, der heute 45 Jahre alt wird, gewann dafür einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch. Wie gut, dass er vorher auf seine Mutter gehört hat, denn die hatte ihm geraten, das Buch "Caging Skies" von Christine Leunens zu verfilmen.

"Ich habe diesen Film gemacht als Antwort auf die Wiederkehr von Hass, Intoleranz und Hass-Rede. Wer ein Nazi war, kam damals nach dem Krieg ins Gefängnis. Heute dagegen können Nazis eine Kundgebung auf einem Platz in einer Stadt abhalten. Es muss sich etwas ändern, etwas stimmt hier nicht", sagte Taika Waiti über seine Nazi-Satire, die weniger eine Geschichte über Hitler ist, sondern vielmehr über die Kraft von Liebe, Mut und dem Willen, sich für das Gute einzusetzen.

Nachdem der Filmemacher 2014 mit seiner schwarzhumorigen Vampirgroteske "5 Zimmer Küche Sarg" für reichlich Aufsehen sorgte, wurde Taika Waititi mit "Thor: Tag der Entscheidung" (2017) zum Blockbuster-Regisseur. Der dritte Teil der erfolgreichen nordischen Götter-Saga mit Chris Hemsworth in der Hauptrolle spielte weltweit 850 Millionen Dollar ein.

Da überrascht es nicht, das der Neuseeländer auch den Zuschlag für Teil vier erhalten hat, für den er auch das Drehbuch schreiben wird. Auf einen ungewöhnlich humorvollen und selbstironischen Anstrich darf man sich sicherlich wieder freuen.

Damit aber hat Taika Waititi noch längst nicht all seine Möglichkeiten ausgeschöpft. Für den Streamingdienst Disney+ wirkte er an der ersten Staffel der "Star Wars"-Produktion "The Mandalorian" über einen Kopfgeldjäger auf der Flucht mit Baby-Yoda mit.

Und in dem Sci-Fi-Universum der Sternenkrieger darf er sich auch weiterhin bewegen: Taika Waititi wird einen "Star Wars"-Spielfilm drehen. Zusammen mit der britischen Autorin Krysty Wilson-Cairns ("1917") wird er auch das Drehbuch schreiben. Weitere Einzelheiten sind allerdings bisher nicht bekannt.

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